Die Regierung der Schweiz hat ein Abkommen über die Normalisierung der Beziehungen zu Libyen ausgesetzt. Das teilte Regierungssprecher André Simonazzi in Bern mit. Zwischen der Schweiz und Libyen gibt es seit mehr als einen Jahr ein diplomatisches Tauziehen um zwei Schweizer, die in dem nordafrikanischen Land festgesetzt wurden, nachdem ein Sohn des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi im Juli 2008 in Genf festgenommen worden war. Diesen Artikel weiter lesen
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Das Normalisierungsabkommen vom 20. August dieses Jahres sollte zur Überwindung der Spannungen beitragen. Libyen verweigere aber "jede Art der Kooperation", beklagt Regierungssprecher Simonazzi. Deswegen werde das Abkommen ausgesetzt. Bis auf weiteres werde die Schweiz auch die Visa-Vergabe an Libyer beschränken.
Gaddafis Sohn Hannibal war im vergangenen Jahr in Genf kurzzeitig unter dem Verdacht festgenommen worden, Hotelangestellte misshandelt zu haben. Libyen nahm daraufhin zwei Schweizer Geschäftsleute fest und hinderte sie an der Ausreise. Auch nach der Unterzeichnung des Normalisierungsabkommens wurden sie nicht freigelassen, sondern an einen unbekannten Ort verschleppt. Außenministerin Micheline Calmy-Rey warf der libyschen Regierung "Kidnapping" vor.
Bei einem Besuch in Libyen im August hatte sich der Schweizer Präsident Hans-Rudolf Merz für die Festnahme des Gaddafi-Sohnes entschuldigt. Libyen hatte der Schweiz im Gegenzug für die Entschuldigung zugesagt, schweizerischen Unternehmen wieder den Zugang zum libyschen Markt zu öffnen.




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