Suche

PKK wirft türkischer Regierung Täuschungsmanöver vor

Die kurdische Rebellengruppe PKK lehnt die jüngsten Reformzusagen der türkischen Regierung zur friedlichen Lösung des Kurdenkonflikts als Täuschungsmanöver ab. Die Reformen seien nur "Fassade", sagte der PKK-Anführer Murat Karayilan der Nachrichtenagentur AFP im Versteck der Kurdenrebellen in den nordirakischen Kandil-Bergen. Karayilan forderte die Freilassung des inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sei bereit, noch jahrzehntelang weiter zu kämpfen. Diesen Artikel weiter lesen

Karayilan ist seit Öcalans Festnahme vor fast elf Jahren der starke Mann in der Kurdenguerilla. In dem AFP-Interview tat er das Versprechen der türkischen Regierungspartei AKP, neue Reformen zur Besserstellung der Kurden einzuleiten, als "Komödie" ab. Der AKP gehe es nur darum, "das kurdische Volk und die internationale öffentliche Meinung hinters Licht zu führen". Im Kern bleibe die Haltung Ankaras die Gleiche: "die Weigerung, die kurdische Identität anzuerkennen, die Weigerung, das kurdische Volk als Gesprächspartner anzuerkennen".

Die AKP-Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan arbeitet nach eigenen Angaben an einem Plan zur friedlichen Beilegung des Kurdenkonflikts, dem seit 1984 rund 45.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Einzelheiten des Plans sollen nächste Woche im türkischen Parlament vorgestellt werden.

Karayilan forderte Ankara auf, den zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten Öcalan freizulassen. Wenn die Türkei Öcalan als Gesprächspartner ablehne, könne sie auch mit der PKK oder mit der im Parlament von Ankara vertretenen legalen Kurdenpartei DTP verhandeln. Fortschritte in der Kurdenfrage könne es nur geben, wenn die türkische Armee sofort die Kampfhandlungen im Kurdengebiet einstelle und die türkische Regierung in einen Dialog mit Vertretern der Kurden eintrete.

Die PKK hatte sich auf Geheiß Öcalans 1999 aus der Türkei in den Nordirak zurückgezogen. Die nordirakischen Kandil-Berge waren für die türkischen Kurdenrebellen lange ein sicherer Rückzugsraum. In jüngster Zeit haben irakische Spitzenpolitiker allerdings an die PKK appelliert, die Kandil-Berge zu verlassen. Karayilan betonte jedoch, die Kurdenguerilla genieße weiter das Vertrauen der Kurden. "Wir können unseren Widerstand von den Bergen Kurdistans aus noch jahrzehntelang fortsetzen", sagte er.

Copyright ©2009 Yahoo!, Alle Rechte vorbehalten.

Hinweis: Auf dieser Seite sammeln wir persönliche Informationen. Für weitere Details lesen Sie bitte unsere Hinweise zum Datenschutz: Datenschutzrichtlinien