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Linke erinnert an Ost-Berliner Großdemo vom 4. November 1989

Die Linkspartei hat der Ost-Berliner Großdemonstration vom 4. November 1989 gedacht, mit der seinerzeit das Ende des SED-Regimes eingeläutet worden war. Die damalige Kundgebung wäre ohne die Bürgerbewegung nicht möglich gewesen, sagte Fraktionschef Gregor Gysi bei der Veranstaltung in Berlin. Er wies Vorwürfe ehemaliger Bürgerrechtler zurück, die Linke als Nachfolgerin der DDR-Einheitspartei SED wolle die Vorgänge vom Herbst 1989 für sich vereinnahmen. Diesen Artikel weiter lesen

Während der Gedenkveranstaltung der Linksfraktion und der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde die Fernsehaufzeichnung der Demonstration mit einer halben Million Teilnehmer abgespielt. Ergänzend nahmen einige der damaligen Redner aus heutiger Sicht Stellung. Dazu gehörten Gysi, Parteichef Lothar Bisky und der Theologe Friedrich Schorlemmer.

"Das war keine Aktion der SED", sagte Gysi zu der Kundgebung von 1989. Vielmehr habe die damalige Demonstration sich gegen die DDR-Einheitspartei gerichtet. Hätte die Linke deshalb nun aber zum 4. November nichts veranstaltet, hätte sie sich dem Vorwurf ausgesetzt, sie sei "geschichtsvergessen", fügte Gysi hinzu.

Schorlemmer würdigte den 4. November 1989 als "Tag der Befreiung". Es sei "die gelungene Entmachtung" des damaligen SED-Regimes gewesen. Schorlemmer sagte aber auch: "Wir dürfen nicht darüber hinwegsehen, wieviele Leute sich als Verlierer empfinden und wieder für Parolen anfällig werden".

Im Gegensatz zu Schorlemmer blieben andere Redner vom 4. November 1989 der Linken-Veranstaltung fern. Die heutige Stasiakten-Beauftragte Marianne Birthler begründete ihre Absage in einem auf der Veranstaltung verlesenen Brief auch mit der Teilnahme Gysis, mit dem sie sich keinen fruchtbaren und ehrlichen Dialog vorstellen könne.

Die Demonstration am Alexanderplatz gilt als größte nichtstaatliche Kundgebung in der Geschichte der DDR. Zu den Rednern gehörten nicht nur Vertreter der Opposition, sondern etwa auch der damalige Ost-Berliner SED-Bezirkschef Günter Schabowski oder der frühere Chef der DDR-Auslandsspionage, Markus Wolf. Fünf Tage nach dem 4. November fiel in Berlin die Mauer, zudem suchten Vertreter von Opposition und SED beim "Runden Tisch" den Dialog. Im März 1990 gab es dann schließlich die erste und einzige freie Volkskammerwahl in der DDR, die das Ende des SED-Regimes besiegelte.

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