Nach dem überraschenden Rückzieher des US-Autokonzerns General Motors (GM) beim Verkauf von Opel macht die deutsche Opel-Belegschaft gegen die Entscheidung mobil. An allen vier deutschen Werken werde es am Donnerstag Großdemonstrationen geben, teilte die IG Metall mit. Auch in der Politik löste die Kehrtwende von GM beim Opel-Verkauf Unverständnis und Verärgerung aus. Der US-Konzern will eigenen Angaben zufolge etwa 10.000 Arbeitsplätze streichen. Diesen Artikel weiter lesen
Der Opel-Betriebsrat wolle "den Weg zurück zu GM nicht mitgestalten", erklärte die Arbeitnehmervertretung. An den vier Opel-Standorten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern wollen deswegen am Donnerstag tausende Beschäftigte auf die Straße gehen. Ab Freitag soll es europaweit Kundgebungen geben. Opel beschäftigt in Europa etwa 50.000 Mitarbeiter, davon die Hälfte in Deutschland.
Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstagabend nach monatelangem Verhandlungspoker überraschend entschieden, Opel doch nicht zu verkaufen. GM-Vize-Chef John Smith sagte bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten, 10.000 Stellen bei Opel streichen zu wollen. Bei Opel sind europaweit derzeit mehr als 50.000 Menschen beschäftigt.
GM begründete seine Entscheidung mit dem sich "verbessernden Geschäftsumfeld" und der Bedeutung Opels für die "globale Strategie" des Unternehmens. Der Konzern befindet sich seit Ende seines Insolvenzverfahrens im Juli im Aufwind. GM-Chef Fritz Henderson bezifferte die Kosten für die Opel-Sanierung auf drei Milliarden Euro.
Noch im September hatte sich der GM-Verwaltungsrat für einen Verkauf Opels an Magna und die russische Sberbank ausgesprochen. Magna-Vizechef Siegfried Wolf zeigte dennoch Verständnis für den Rückzieher.
In Deutschland löste der Beschluss Empörung aus. Die Bundesregierung forderte den Konzern auf, schnellstmöglich detaillierte Pläne vorzulegen. Erst dann könne über mögliche finanzielle Hilfen entschieden werden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Opel müsse zudem den Brückenkredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro fristgemäß bis zum 30. November zurückzahlen. Nach Angaben aus Branchenkreisen hat Opel zwei Drittel dieser Kredite in Anspruch genommen.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach von einer "völlig inakzeptablen" Entscheidung. Ein solcher Umgang mit den Arbeitnehmern sei acht Wochen vor Weihnachten "in keiner Weise hinnehmbar". Das Weiße Haus erklärte, keinerlei Einfluss auf die GM-Entscheidung genommen zu haben.




Berlin (dpa) - Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist die Finanzkrise mit ihren globalen Auswirkungen noch keinesfalls überstanden.
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