Nach dem überraschenden Rückzieher beim Verkauf von Opel hat General Motors (GM) massive Stellenstreichungen bei der europäischen Tochter angekündigt. Geplant sei der Abbau von etwa 10.000 Arbeitsplätzen, sagte GM-Vize-Chef John Smith am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz mit europäischen Journalisten. In Deutschland löste die Entscheidung von GM Empörung in der Politik und bei den Arbeitnehmern aus. Diesen Artikel weiter lesen
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Die Kosten bei Opel müssten um 30 Prozent gesenkt werden, sagte Smith. Dies bedeute den Abbau von etwa 10.000 der gut 50.000 Arbeitsplätze in Europa. Damit bleibe der Jobabbau etwa so hoch wie auch beim bislang als Favorit für einen Opel-Kauf geltenden Autozulieferer Magna, betonte der GM-Vizechef. Magna hatte angekündigt, europaweit 10.500 Stellen abbauen zu wollen.
Der Opel-Betriebsrat wolle "den Weg zurück zu GM nicht mitgestalten", erklärte die Arbeitnehmervertretung. An den vier Opel-Standorten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern wollen deswegen am Donnerstag tausende Beschäftigte auf die Straße gehen. Ab Freitag soll es europaweit Kundgebungen geben.
Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstagabend nach monatelangem Verhandlungspoker überraschend entschieden, Opel doch nicht zu verkaufen. GM begründete seine Entscheidung mit dem sich "verbessernden Geschäftsumfeld" und der Bedeutung Opels für die "globale Strategie" des Unternehmens. Der Konzern befindet sich seit Ende seines Insolvenzverfahrens im Juli im Aufwind. GM-Chef Fritz Henderson bezifferte die Kosten für die Opel-Sanierung auf drei Milliarden Euro.
Noch im September hatte sich der GM-Verwaltungsrat für einen Verkauf Opels an Magna und die russische Sberbank ausgesprochen. Magna-Vizechef Siegfried Wolf zeigte dennoch Verständnis für den Rückzieher.
In Deutschland löste der Beschluss Empörung aus. Die Bundesregierung forderte den Konzern auf, schnellstmöglich detaillierte Pläne vorzulegen. Erst dann könne über mögliche finanzielle Hilfen entschieden werden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Opel müsse zudem den Brückenkredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro fristgemäß bis zum 30. November zurückzahlen. Nach Angaben aus Branchenkreisen hat Opel zwei Drittel dieser Kredite in Anspruch genommen.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach von einer "völlig inakzeptablen" Entscheidung. Ein solcher Umgang mit den Arbeitnehmern sei acht Wochen vor Weihnachten "in keiner Weise hinnehmbar".



