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Prozess in Niederlanden gegen Besitzer des größten Coffee-Shops

Der Besitzer des größten Coffee-Shops in den Niederlanden muss sich seit Dienstag vor Gericht verantworten. Meddy Willemsen ist wegen Drogenhandels und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt, weil er deutlich mehr Cannabis in seinen Räumen lagerte statt der staatlich erlaubten 500 Gramm. Im Juni 2007 und im Mai 2008 hatte die Polizei in seinem Coffee-Shop "Checkpoint" und angrenzenden Gebäuden insgesamt 230 Kilogramm Cannabis gefunden. Der Prozess müsse die Frage klären, ob damit die Grundlagen der staatlichen Toleranzpolitik verletzt worden seien, sagte Staatsanwältin Saskia Meeuwis zum Prozessauftakt im südniederländischen Middelburg. Diesen Artikel weiter lesen

Das niederländische Gesetz erlaubt es den rund 700 Coffee-Shops, bis zu 500 Gramm Cannabis zu lagern und bis zu fünf Gramm pro Person und Tag zu verkaufen. Bis zur Schließung im Mai 2008 hatte der Coffee-Shop "Checkpoint" in Terneuzen nahe der belgischen Grenze täglich zwischen 2000 und 3000 Kunden. 90 Prozent von ihnen seien Belgier und Franzosen gewesen, sagte die Staatsanwältin. Dies bedeute eine klare Verletzung der Idee der Toleranzpolitik, die für die lokalen Bedürfnisse entwickelt worden sei, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Middelburg, Elke Kool.

Neben Willemsen sind 16 weitere Verdächtige angeklagt. Ihnen drohen bis zu zehneinhalb Jahre Haft. Das Urteil soll am 2. Dezember gefällt werden.

Seit 1976 ist der Besitz und der Verbrauch von kleinen Mengen Cannabis in den Niederlanden erlaubt. Die Coffee-Shops werden jedoch oft von kriminellen Gruppen beliefert, die den Anbau und den weiterhin verbotenen Großhandel mit Cannabis kontrollieren.

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