Die NATO hat den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai zu einer besseren Regierungsführung in seiner zweiten Amtszeit aufgefordert. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen beglückwünschte Karsai in einer Erklärung zu seiner Wiederwahl, mahnte aber "größere Forschritte" im Kampf gegen die Korruption an. Zugleich sagte er zu, dass die Militärallianz die afghanische Regierung und das afghanische Volk beim Aufbau einer sicheren Zukunft weiter unterstützen werde. Der NATO-Generalsekretär will im Lauf des Tages erstmals mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zusammentreffen. Diesen Artikel weiter lesen
Die radikalislamischen Taliban kritisierten Karsai als "Marionette" des Westens. "Die Absage der Stichwahl hat gezeigt, dass die Entscheidungen für Afghanistan in Washington und London getroffen werden", teilten die Taliban im Internet mit. Es sei "erstaunlich", dass Karsai noch vor zwei Wochen "massive und inakzeptable Stimmfälschungen" nachgewiesen worden seien und er nun auf Grundlage dieses gefälschten Ergebnisses zum Präsident erklärt werde.
Unterdessen wies die Taliban das von Karsai gemachte Gesprächsangebot zurück. Bei Karsais Aufruf handele es sich um "leere Worte", sagte der Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP in Kabul. Karsai habe derartige Erklärungen schon öfter abgegeben. "Wir messen diesem Friedensangebot von Karsai keinen Wert bei, weil wir wissen, dass dies leere Worte sind", sagte der Sprecher.
Bei seiner ersten öffentlichen Ansprache nach Bekanntgabe seiner Wiederwahl hatte Karsai die Taliban aufgerufen, "nach Hause zurückzukehren und ihr Land anzunehmen". Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) hatte Karsai am Montag zum Wahlsieger erklärt, nachdem Oppositionsführer Abdullah Abdullah am Wochenende seine Beteiligung an der für Samstag angesetzten Stichwahl abgesagt hatte.




Flusspferde töten Krokodil