Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den USA für ihren Beitrag zur deutschen Einheit gedankt. "Wir Deutschen wissen, wieviel wir Ihnen verdanken", sagte Merkel vor dem US-Kongress in Washington. In ihrer immer wieder von Applaus unterbrochenen Ansprache machte sich die Kanzlerin zudem für einen Erfolg des UN-Klimagipfels in Kopenhagen stark und rief zu einem gemeinsamen Vorgehen in Afghanistan auf. Diesen Artikel weiter lesen
Ihr Dank gelte den 16 Millionen in Deutschland über die Jahrzehnte stationierten Soldaten und Diplomaten, ohne die die "Überwindung der Teilung unmöglich gewesen wäre", sagte Merkel in ihrer Rede vor beiden Kammern des Kongresses in Washington. "Niemals werde ich Ihnen das vergessen."
Vor dem Mauerfall seien die USA für sie das "Land der Unerreichbaren" gewesen, sagte die Bundeskanzlerin. "Niemals werden wir den ersten Blick auf den Pazifischen Ozean vergessen", erinnerte sie sich an ihre erste Reise in die Vereinigten Staaten im Jahr 1990 in Begleitung ihres Ehemanns.
Die Kanzlerin rief zu einer Einigung bei der bevorstehenden Klimakonferenz in Kopenhagen auf: "Wir alle wissen, wir haben keine Zeit zu verlieren." Wichtig sei eine Einigung auf ein Ziel: "Die globale Erwärmung darf zwei Grad Celsius nicht überschreiten." Dafür sei die Bereitschaft aller Länder nötig, "international verbindliche Verpflichtungen zu übernehmen". Wenn Europa und die USA zu verbindlichen Verpflichtungen bereit seien, "dann werden wir auch China und Indien davon überzeugen".
Ziel für Afghanistan müsse eine "Übergabestrategie in Verantwortung" sein, sagte Merkel. Dabei bleibe die NATO der Eckpfeiler der gemeinsamen Sicherheit. "Erfolgreich werden wir sein, wenn wir... jeden Schritt gemeinsam gehen." Die Kanzlerin verwies darauf, dass Deutschland in Afghanistan das drittgrößte Truppenkontingent stellt. Aus Washington wurde in der Vergangenheit mehrfach ein größerer Beitrag Deutschlands gefordert.
Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama Merkel im Weißen Haus empfangen. Merkel sei eine "außerordentliche Führerin", und Deutschland sei ein "außerordentlicher und starker Verbündeter", sagte Obama bei dem Treffen in Washington.
Zuletzt hatte 1957 der damalige Kanzler Konrad Adenauer in gesonderten Reden vor Repräsentantenhaus und Senat gesprochen, nicht aber auf einer protokollarisch höher eingestuften gemeinsamen Sitzung beider Häuser.




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