In einer Rede vor dem Kongress in Washington hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den USA für die Unterstützung bei der deutschen Vereinigung gedankt. In ihrer persönlich geprägten Ansprache verband Merkel die Erinnerung an den Mauerfall mit einem festen Bekenntnis zur transatlantischen Freundschaft. Zugleich mahnte die Kanzlerin ihre Gastgeber zu größerem Engagement beim Klimaschutz. Diesen Artikel weiter lesen
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In der Ansprache vor beiden Häusern des Kongresses nahm Merkel mehrfach Bezug auf den Fall der Berliner Mauer, der sich am Montag zum 20. Mal jährt. Die Wiedervereinigung sei ein "überwältigendes Geschenk der Freiheit" gewesen, zu dem die USA eine großen Beitrag geleistet hätten. "Wir Deutschen wissen, wieviel wir Ihnen, unseren amerikanischen Freunden, verdanken", sagte Merkel. "Niemals werde ich Ihnen das vergessen."
In ihrer Rede schilderte Merkel ihre eigene Lebenserfahrung aus der DDR. Vor 1989 seien die USA für sie das "Land der Unerreichbaren" gewesen. In der deutschen Wiedervereinigung habe sich dann aber die "Kraft der Freiheit" gezeigt. "Wer einmal in seinem Leben so positiv überrascht wurde, der hält vieles für möglich." Merkels Rede wurde mehrfach von stehenden Ovationen der Parlamentarier unterbrochen.
Das Symbol der Mauer zog sich wie ein roter Faden durch Merkels 35 Minuten lange Rede. Den Klimawandel bezeichnete sie als "so etwas wie eine Mauer zwischen Gegenwart und Zukunft". Der Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember müsse zu einer Einigung führen, alles andere wäre "ökologisch unverantwortlich". Europa und die USA müssten verbindliche Zusagen abgeben, "dann werden wir auch China und Indien davon überzeugen".
Auch Merkels Ausführungen zum Klima wurden mit stehenden Ovationen bedacht, allerdings nur von den US-Demokraten; die Republikaner blieben demonstrativ sitzen.
Einhelligen Applaus erhielt die Kanzlerin für ihre Warnung vor einem atomar aufgerüsteten Iran. Die "freie Welt" müsse "notfalls mit harten wirtschaftlichen Sanktionen" reagieren.
Auch für Afghanistan rief Merkel zur Zusammenarbeit auf. Zur Frage einer Truppenaufstockung äußerte sie sich nicht. Afghanistan war auch Thema ihrer Unterredung mit US-Präsident Barack Obama vor dem Kongress-Auftritt. Obama würdigte die Kanzlerin als "außerordentliche Führerin" und Deutschland als "starken Verbündeten" der USA.




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