Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich gegen Kritik von Wohlfahrtsverbänden gestellt, wonach die Verkürzung des Wehrdienstes auch die Zukunft des Zivildienstes gefährde. Auch in nur sechs Monaten könnten Zivildienstleistende "viel tun", sagte von der Leyen in den ARD-Tagesthemen. Wohlfahrtsverbände hatten zuvor kritisiert, dass unter der Verkürzung der Wehrpflicht um drei Monate auch die Zukunft und die Qualität des Zivildienstes litten. Diesen Artikel weiter lesen
Ähnliche Fotos/Videos
Die Ministerin verwies auf den Stellenwert, den der Zivildienst in der Gesellschaft als Symbol des "Zusammenhalts der Generationen" genieße. Dieser werde auch bei einer Verkürzung auf sechs Monate erhalten bleiben. Der Zivildienst müsse jedoch "in seiner hohen Qualität" aufrechterhalten werden. So wolle sie sich dafür einsetzen, denjenigen, die ihren Dienst freiwillig verlängern wollten, dies auch zu ermöglichen. "Das wollen wir prüfen", sagte sie. Auch für den Ausbau der Jugend-Freiwilligendienste wie das freiwillige soziale Jahr werde sie sich einsetzen.
Mit der Verklürzung werde der "Anfang vom Ende des Zivildienstes" eingeläutet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Bei sechs Monaten seien die Organisationen nicht mehr in der Lage, "Zivildienstleistende noch vernünftig einzusetzen". Im Rettungsdienst dauere die Ausbildung schon drei Monate. Auch in der Pflege, in Kindergärten oder der Arbeit mit Behinderten könne es den Menschen nicht zugemutet werden, "alle halbe Jahre die Bezugspersonen zu wechseln".
Ähnlich äußerte sich der Bundesgeschäftsführer des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Bernd Niederland. Wenn der Zivildienst auf sechs Monate verkürzt werde, reiche das nicht mehr aus, sagte Niederland MDR Info. Soziale Arbeit, in der die Zivildienstleistenden eingesetzt seien, sei "zutiefst menschliche Beziehungsarbeit, die von Vertrauen getragen ist." Vertrauen müsse entstehen und wachsen.
Auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) werden die Pläne der neuen Bundesregierung skeptisch betrachtet. Der Caritasverband und die Diakonie reagierten dagegen gelassen auf die Pläne der Bundesregierung. Die geplante Verkürzung werde das Profil des Zivildienstes verändern, aber dieser könne auch künftig als "ein wichtiger Lerndienst" gestaltet werden, erklärte Caritas-Präsident Peter Neher. Die Verbände machten sich zudem einhellig für eine Stärkung des freiwilligen sozialen Jahres stark.




Berlin (dpa) - Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist die Finanzkrise mit ihren globalen Auswirkungen noch keinesfalls überstanden.
Flusspferde töten Krokodil