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Sorge um Zukunft des Zivildienstes durch Verkürzung

Die geplante Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate gefährdet nach Ansicht von Wohlfahrtsverbänden die Zukunft des dann ebenfalls nur noch ein halbes Jahr dauernden . Damit werde der "Anfang vom Ende des Zivildienstes" eingeläutet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Besorgt zeigten sich auch andere Verbände. Diesen Artikel weiter lesen

Bei sechs Monaten seien die Organisationen nicht mehr in der Lage, "Zivildienstleistende noch vernünftig einzusetzen", sagte Schneider dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Im Rettungsdienst dauere die Ausbildung schon drei Monate. Auch in der Pflege, in Kindergärten oder der Arbeit mit Behinderten könne es den Menschen nicht zugemutet werden, "alle halbe Jahre die Bezugspersonen zu wechseln".

Ähnlich äußerte sich der Bundesgeschäftsführer des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Bernd Niederland. Wenn der Zivildienst auf sechs Monate verkürzt werde, reiche das nicht mehr aus, sagte Niederland MDR Info. Soziale Arbeit, in der die Zivildienstleistenden eingesetzt seien, sei "zutiefst menschliche Beziehungsarbeit, die von Vertrauen getragen ist." Vertrauen müsse entstehen und wachsen.

Auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) werden die Pläne der neuen Bundesregierung skeptisch betrachtet. Der Caritasverband und die Diakonie reagierten dagegen gelassen auf die Pläne der Bundesregierung. Die geplante Verkürzung werde das Profil des Zivildienstes verändern, aber dieser könne auch künftig als "ein wichtiger Lerndienst" gestaltet werden, erklärte Caritas-Präsident Peter Neher. Diakonie-Experte Wolfgang Buff sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine kürzere Dauer hätte keine "existenziellen Auswirkungen". Es gehe auch mit sechs Monaten. Der Zivildienst müsse nur für beide Seiten "sinnvoll" gestaltet werden.

Die Verbände machten sich zudem einhellig für eine Stärkung des freiwilligen sozialen Jahres stark. Es gebe die Möglichkeit, den Verlust des Zivildienstes durch Freiwillige "zu kompensieren, wenn die Politik mitspielt", sagte Schneider.

Der neue Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) stellte sich hinter die geplante Verkürzung der Wehrpflicht. Auch die kürzere Wehrpflicht ab 2011 werde "sinnvoll und nutzbringend" bleiben, sagte Guttenberg der "Bild"-Zeitung. Außerdem werde diese zu mehr Wehrgerechtigkeit führen.

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