Nach der Ausrufung von Hamid Karsai zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Afghanistan hat US-Präsident Barack Obama vom Amtsinhaber ein energisches Vorgehen gegen die Korruption gefordert. Er habe Karsai in einem Telefongespräch persönlich gratuliert, erklärte Obama in Washington. Zugleich habe er ihn aufgefordert, "deutlich mehr zu unternehmen, um die Korruption zu beseitigen". Dabei werde er Karsai nicht an Worten, sondern an Taten messen. Diesen Artikel weiter lesen
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Nach dem Rückzug von Oppositionsführer Abdullah Abdullah erklärte die afghanische Wahlkommission Karsai zum Wahlsieger. Die für Samstag geplante Stichwahl finde nicht mehr statt, teilte der Leiter der Unabhängigen Wahlkommission (IEC), Asisullah Ludin, in Kabul mit. Die Karsai-freundliche IEC hatte am Sonntag zunächst erklärt, am zweiten Wahlgang festhalten zu wollen. Das Gremium stand aber unter großem internationalem Druck, den Urnengang abzusagen.
Abdullah hatte am Sonntag seine Kandidatur niedergelegt, weil er erneute Stimmfälschungen befürchtete. Der erste Wahlgang im August war von massiven Fälschungen überschattet gewesen, insbesondere zugunsten Karsais. Die von der UNO unterstützte Wahlbeschwerdekommission (ECC) hatte knapp ein Viertel der Stimmen für ungültig erklärt. Danach erhielt Karsai einen Stimmenanteil von 49,67 Prozent, Abdullah kam auf 30,59 Prozent.
Der britische Premierminister Gordon Brown forderte Karsai auf, ein Programm für die Einheit Afghanistans aufzulegen und die Korruption zu bekämpfen. Er habe darüber mit Karsai am Telefon gesprochen, sagte Brown vor dem britischen Unterhaus.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der zu einem nicht angekündigten Besuch nach Afghanistan gereist war, begrüßte die Entscheidung der Wahlkommission und gratulierte Karsai zur zweiten Amtszeit.
Die Bundesregierung bedauerte den Rückzug Abdullahs. "Wir hätten uns gewünscht, dass er antritt", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin vor der Verkündung von Karsais Wahlsieg. Das Ziel müsse sein, in Afghanistan eine "legitime Regierung" als Ansprechpartner zu haben.




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