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Karsai zum Sieger der Wahl in Afghanistan erklärt

Nach dem Rückzug von Oppositionsführer Abdullah Abdullah hat die afghanische Wahlkommission Präsident Hamid Karsai zum Wahlsieger erklärt. Die für Samstag geplante Stichwahl finde nicht mehr statt, teilte der Leiter der Unabhängigen Wahlkommission (IEC), Asisullah Ludin, in Kabul mit. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der zu einem nicht angekündigten Besuch nach Afghanistan gereist war, begrüßte die Entscheidung. Die US-Regierung sieht in Karsai den rechtmäßigen Staatschef am Hindukusch. Diesen Artikel weiter lesen

"Wir erklären Hamid Karsai, der die Mehrheit der Stimmen im ersten Wahlgang erreicht hat und alleiniger Kandidat im zweiten Wahlgang ist, zum gewählten Präsidenten Afghanistans", sagte Ludin in Kabul. Die Entscheidung sei "in Übereinstimmung mit dem Wahlgesetz und der Verfassung" getroffen worden. Die Karsai-freundliche IEC hatte am Sonntag zunächst erklärt, am zweiten Wahlgang festhalten zu wollen. Das Gremium stand aber unter großem internationalem Druck, den Urnengang abzusagen.

Nach Einschätzung der US-Regierung ist Karsai der rechtmäßige Staatschef am Hindukusch. Das erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. Er fügte hinzu, jetzt würden Gespräche mit Kabul über "schwierige Themen" beginnen. Es gebe in Afghanistan "Korruptionsprobleme", die angegangen werden müssten.

Der britische Premierminister Gordon Brown forderte Karsai auf, ein Programm für die Einheit Afghanistans aufzulegen und die Korruption zu bekämpfen. Er habe darüber mit Karsai am Telefon gesprochen, sagte Brown vor dem britischen Unterhaus.

Abdullah hatte am Sonntag seine Kandidatur niedergelegt, weil er erneute Stimmfälschungen befürchtete. Der erste Wahlgang im August war von massiven Fälschungen überschattet gewesen, insbesondere zugunsten Karsais. Die von der UNO unterstützte Wahlbeschwerdekommission (ECC) hatte knapp ein Viertel der Stimmen für ungültig erklärt. Danach erhielt Karsai einen Stimmenanteil von 49,67 Prozent, Abdullah kam auf 30,59 Prozent.

Ban begrüßte die Entscheidung der IEC und gratulierte Karsai zur zweiten Amtszeit. Die Bundesregierung bedauerte den Rückzug Abdullahs. "Wir hätten uns gewünscht, dass er Antritt", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin vor der Verkündung von Karsais Wahlsieg. Das Ziel müsse sein, in Afghanistan eine "legitime Regierung" als Ansprechpartner zu haben.

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