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Dutzende Tote nach schwerem Selbstmordanschlag in Pakistan

In der Nähe des Hauptquartiers der pakistanischen Armee hat ein Selbstmordattentäter dutzende Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Polizeiangaben wurden bei dem Attentat vor einem Einkaufszentrum in Rawalpindi mindestens 35 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt. Bei ihrer Offensive in Süd-Waziristan nahm die Armee unterdessen nach eigenen Angaben die als Taliban-Hochburg geltende Stadt Kanigurram ein. Diesen Artikel weiter lesen

Nach Angaben eines Polizeisprechers steuerte der Attentäter auf einem Motorrad auf eine Schlange von Arbeitern zu, die vor einer Bank für ihre Gehälter anstanden, und zündete den Sprengsatz. Es ist der zweite schwere Anschlag in Pakistan in nur einer Woche. Am Mittwoch war die Großstadt Peshawar im Nordwesten Pakistans von einem schweren Autobombenanschlag erschüttert worden, bei dem mehr als 130 Menschen starben.

Wie ein AFP-Reporter in Rawalpindi berichtete, glich der mit Blut bedeckte Boden nach dem Anschlag einem Schlachtfeld. Zerfetzte Körper wurden teilweise bis zu 50 Meter weit geschleudert. Auf den Straßen lagen verkohlte Fahrräder und Schuhe, darunter auch ein Paar Frauensandalen. "Unser Haus wackelte wie bei einem Erdbeben, draußen war überall Rauch und Körperteile flogen in unser Büro", sagte eine Augenzeugin.

Das Einkaufszentrum in Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad beherbergt neben der Bank und Geschäften auch ein Luxushotel. Nicht weit entfernt befindet sich das Hauptquartier der pakistanischen Streitkräfte. Dort hatten erst Anfang Oktober islamistische Rebellen das Quartier gestürmt. Bei Kämpfen und einer Geiselnahme waren mindestens 19 Menschen getötet worden.

Aus Angst vor Anschlägen wollen die Vereinten Nationen alle internationalen Mitarbeiter aus dem Nordwesten Pakistans abziehen. Eine UN-Sprecherin sagte, die Mitarbeiter in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan würden "unverzüglich" versetzt. Bei einer Serie von Anschlägen starben in Pakistan in den vergangenen zwei Jahren fast 2400 Menschen. Die meisten Attentate werden der Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zugeschrieben.

Aus Süd-Waziristan, wo derzeit 30.000 pakistanische Soldaten in einer Großoffensive gegen Taliban-Kämpfer vorgehen, meldete die pakistanische Armee am Montag einen weiteren Erfolg: Die Taliban-Hochburg Kanigurram sei eingenommen und "komplett von Terroristen befreit" worden, sagte Armeesprecher Athar Abbas.

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