SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat die Steuerpläne der neuen schwarz-gelben Bundesregierung heftig kritisiert. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" sagte Steinmeier, Steuersenkungen würden sich allenfalls zu einem Drittel aus sich selbst heraus finanzieren. Alle weiteren Steuersenkungen würden dann schuldenfinanziert sein. Die Pläne der Koalition aus Union und FDP hätten wenig mit Steuerpolitik zu tun und seien mehr "Hütchenspiel". Diesen Artikel weiter lesen
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erteilte einer grundlegenden Steuerreform bis 2013 eine Absage. Am Ende der Legislaturperiode werde es weder einen ausgeglichenen Haushalt noch ein grundlegend neues Einkommensteuersystem geben, sagte Schäuble dem "Handelsblatt". Bei allem, was die Bundesregierung zu bewältigen habe, sei nicht die Zeit dafür. Möglich seien lediglich begrenzte Korrekturen am Steuersystem.
Der hessische FDP-Vorsitzende und stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn warnte im Streit um Steuersenkungen vor Belastungen der Länder. Dem Berliner "Tagesspiegel" sagte Hahn, gebraucht werde zwar eine große Steuerreform; es könne aber nicht sein, dass alles zu Lasten der Länder gehe. Von der Bundesregierung forderte Hahn weitere Einsparungen. Wer eine Steuerreform wolle, müsse jetzt "mutig genug" sein, Einsparungen vorzunehmen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rechnet indes nicht damit, dass die steuerpolitischen Vorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung das Wirtschaftswachstum wieder auf Touren bringen. Von der geplanten Steuerentlastung profitierten vor allem die Besserverdienenden, sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki der "Leipziger Volkszeitung". Mehr Netto von Brutto gebe es nur für die dicken Geldbeutel.
Nach Einschätzung des DGB-Wirtschaftsexperten "zündet selbst ein von vermeintlichen Fesseln befreiter Mittelstand kein Investitionsfeuerwerk". Den kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlten vielmehr die Aufträge.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" erwarten die Steuerschätzer, dass es für die Steuersenkungspläne der Regierung nur geringe Spielräume geben wird. Trotz der wirtschaftlichen Erholung würden die Einnahmen des Bundes im kommenden Jahr voraussichtlich nur knapp 3,5 Milliarden Euro über den Schätzungen aus dem Mai liegen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Steuerschätzerkreise. Im laufenden Jahr könne der Bund mit zusätzlichen Einnahmen von etwa zwei Milliarden Euro rechnen.




Berlin (dpa) - Die Wirtschaftskrise verleitet viele deutsche Firmen nach Einschätzung von Transparency zu mehr Korruption. «Gerade im Mittelstand wächst ...
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