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Viele Branchen zahlen trotz Krise mehr Weihnachtsgeld

Trotz der Finanzkrise werden viele Branchen in diesem Jahr mehr tarifliches Weihnachtsgeld zahlen. Bezieher mittlerer Vergütungsgruppen erhalten je nach Tarifbereich zwischen 16 und 117 Euro mehr, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung mitteilte. Dies entspreche einer Steigerung zwischen 1,5 und 7,3 Prozent. "Die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben profitieren von den Tarifabschlüssen in der Tarifrunde 2009", erklärte Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Diesen Artikel weiter lesen

Das Institut wertete Tarifverträge aus 23 Branchen aus. Demnach wird in den meisten Wirtschaftszweigen ein Weihnachtsgeld gezahlt, das zumeist als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet wird. Als Folge der Krise werde die tarifliche Jahressonderzahlung allerdings nicht überall auch in vollem Umfang ausgezahlt, erklärte das WSI unter Berufung auf eine repräsentative Befragung unter Betriebsräten in Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten. Jeder zehnte Betrieb nutzte demnach seit Mitte 2008 Öffnungsklauseln in Tarifverträgen. Diese erlauben Abstriche bei der Jahressonderzahlung, wenn die wirtschaftliche Entwicklung sehr negativ verläuft.

Ein im Vergleich hohes Weihnachtsgeld - nämlich hundert Prozent des Monatseinkommens - erhalten laut WSI derzeit unter anderem die Beschäftigten im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der westdeutschen Chemieindustrie sowie in der Druckindustrie. Dahinter folgt die Druckindustrie (95 Prozent). Im öffentlichen Dienst im Westteil des Landes bekommen die Beschäftigten je nach Vergütungsgruppe zwischen 60 und 90 Prozent. Im Osten zogen demnach viele Branchen beim Weihnachtsgeld mittlerweile nach. Im Gebäudereinigerhandwerk und im Bauhauptgewerbe wird in den neuen Bundesländern allerdings weiter kein Weihnachtsgeld gezahlt.

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