Der pazifische Insel-Staat Palau hat sechs Uiguren aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo aufgenommen. Die Männer seien in der Hauptstadt Koror angekommen, um ein "neues Leben in Freiheit aufzubauen", teilten ihre Anwälte in New York mit. Palaus Präsident Johnson Toribiong machte deutlich, dass der Aufenthalt der Uiguren, eine muslimische Minderheit in China, nur vorübergehend sei. Diesen Artikel weiter lesen
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"Diese Männer wollen nichts sehnlicher, als in Frieden in einem freien, demokratischen Land und vor chinesischer Verfolgung geschützt zu leben", erklärten ihre Anwälte. Sie dankten Palau für die Hilfe und drückten die Hoffnung aus, bald ein anderes Land zu finden, dass die Uiguren dauerhaft aufnehmen werde. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte die Freilassung der früheren Guantanamo-Insassen. Palau stand bis zu seiner Unabhängigkeit 1994 unter US-Verwaltung.
Toribiong begrüßte die Uiguren bei ihrer Ankunft in dem kleinen Insel-Staat rund 800 Kilometer östlich der Philippinen. Die Regierung werde medizinische Versorgung, Unterkunft und Verpflegung bereitstellen, versprach er in einer Erklärung. Außerdem würden die Männer Englischunterricht bekommen. Viele der rund 21.000 Einwohner des Landes hatten im Vorfeld die Pläne zur Aufnahme der chinesischen Muslime mit Unbehagen aufgenommen.
Die sechs nach Palau überstellten Uiguren hatten mehr als sieben Jahre in Guantanamo verbracht. Sie gehören zu einer Gruppe von ursprünglich 22 Uiguren, die die US-Armee Ende 2001 in Afghanistan aufgriff und dann nach Guantanamo brachte. Die USA ließen bereits vor vier Jahren den Terrorverdacht gegen sie fallen. Sie wurden aber nicht nach China ausgewiesen, weil Peking sie als islamistische Aufständische betrachtet und ihnen dort Folter droht.
Fünf der Uiguren wurden 2006 nach Albanien gebracht, vier weitere im Juni dieses Jahres auf die Bermuda-Inseln. Palau hatte sich im Juni bereit erklärt, die verbleibenden Uiguren aus Guantanamo aufzunehmen. Die jetzt noch in dem Gefangenenlager verbleibenden sieben Uiguren wollen allerdings in die USA.
US-Präsident Barack Obama will das Lager bis Anfang 2010 schließen und ist dabei auf die Hilfe des Auslandes angewiesen. Ein von ihm unterzeichnetes Gesetz des US-Kongresses verbietet die Freilassung von Ex-Guantanamo-Insassen auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten.




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