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Bei Quelle größter Ausverkauf in deutscher Geschichte

Nach der Pleite des Versandhauses Quelle hat der größte Ausverkauf begonnen, den Deutschland je erlebt hat. Die Kunden stürmten schon am frühen Morgen die Internetseite des Unternehmens, die angesichts der Masse an Anfragen zeitweise nicht mehr zu erreichen war. Ab Montag gelten die Rabatte auch in den deutschlandweit noch 83 Quelle-Filialen. Diesen Artikel weiter lesen

Zum Verkauf stehen bei Quelle nach Angaben des Insolvenzverwalters rund 18 Millionen Artikel, davon etwa die Hälfte Modeartikel. Kleidung, Schmuck, Schuhe und Sportartikel werden 30 Prozent billiger verkauft, Möbel, Heimtextilien und Hausrat kosten 20 Prozent weniger, auf Technik gibt es einen Rabatt in Höhe von zehn Prozent. Nicht erhältlich sind derzeit Waren der Quelle-Eigenmarke Privileg. Hier seien noch Fragen zur Herstellergarantie zu klären, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters am Sonntag.

Quelle schaltete die neuen Angebote auf der Internetseite am Sonntagmorgen um 06.00 Uhr frei, schon kurze Zeit später brachen die Server unter dem Ansturm zusammen. Auch im weiteren Tagesverlauf war die Seite, wenn überhaupt, nur mit langen Wartezeiten zu erreichen. Bis zum Mittag hatten 665.000 Besucher der Internetseite 19.200 Bestellungen aufgegeben, wie der Sprecher des Insolvenzverwalters sagte. Das waren bereits mehr Bestellungen als am gesamten Samstag, an dem die Rabatte des Ausverkaufs noch nicht galten.

Kunden können trotz der Pleite ohne größere Risiken ihre Waren bestellen. Bezahlen müssen sie die Waren erst nach der Lieferung - sollte die Ware also nicht geliefert werden, muss die Rechnung nicht beglichen werden.

Auf eine Gewährleistung des Händlers können Verbraucher nicht setzen - denn sie werden in wenigen Wochen mit der Abwicklung voraussichtlich keinen Ansprechpartner mehr haben. Die Herstellergarantie gilt für die Produkte den Angaben zufolge trotzdem.

Der Ausverkauf ist zeitlich zunächst nicht befristet. Quelle werde liefern, so lange der Vorrat reiche, hatte der Insolvenzverwalter erklärt. Für den Ausverkauf werden den Angaben zufolge noch rund 4300 Mitarbeiter beschäftigt. Gut 2100 Mitarbeiter haben dagegen zum 1. November ihren Job verloren. Für die bislang ungekündigten 5900 Beschäftigten der gesamten Primondo-Gruppe, zu der Quelle gehört, sollen im November die Verhandlungen über einen Sozialplan geführt werden. Zuletzt hatten in der gesamten Gruppe 10.500 Menschen gearbeitet.

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