Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall haben Helmut Kohl, George Bush senior und Michail Gorbatschow die deutsche Einheit als Glücksmoment der Geschichte gewürdigt. Der Altkanzler, der frühere US-Präsident und der sowjetische Ex-Staatschef trafen sich das erste Mal seit Jahren bei einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Kohl sagte, er sei "stolz", dass die Deutschen die Einheit "gemeinsam, mutig und friedlich" erreicht hätten. Bundespräsident Horst Köhler dankte den Politikern für ihre Verdienste. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Altkanzler würdigte im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Leistung von Bush senior und Gorbatschow, die in der damaligen Zeit "die wichtigsten Partner" der Bundesrepublik gewesen seien. Der von den Folgen seines schweren Sturzes vor knapp zwei Jahren gezeichnete Kohl sagte, er sei "sehr froh und dankbar", überhaupt bei der Feierstunde im Berliner Friedrichstadtpalast anwesend sein zu können.
Bush erinnerte daran, dass die Ereignisse des Herbstes 1989 zuerst in den "Herzen und Gedanken" jener Menschen in Bewegung gesetzt worden seien, die hinter dem Eisernen Vorhang so lange ihrer "Gott gegebenen Rechte" vorenthalten worden seien.
Gorbatschow erinnerte an die Verdienste der vorangegangenen Generationen um die Wiedervereinigung. "Das ist ja nicht vom Himmel gefallen", sagte der frühere sowjetische Staatschef. Neben der Ostpolitik des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt nannte er auch ausdrücklich den Beitrag der DDR, die für Moskau ein "Fenster nach Deutschland" geöffnet habe.
Gorbatschow ermutigte Europa, den Weg der Einigung weiterzugehen. Zugleich warnte er, das europäische Projekt könne nicht erfolgreich abgeschlossen werden, wenn es auf anti-russischen oder gegen die USA gerichteten Gefühlen aufbaue.
Zuvor hatte Köhler in einer Rede Kohl, Bush senior und Gorbatschow "im Namen der Deutschen und - ich bin sicher - auch im Namen aller Völker Europas" gedankt. Die drei früheren Politiker hätten mit ihrer "Staatskunst" für "Millionen Menschen Türen und Tore aufgestoßen".
Die heutigen Staats- und Regierungschefs rief der Bundespräsident auf, das Erbe des Kalten Krieges endgültig zu überwinden. Auch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer stecke die internationale Ordnung noch in den Strukturen der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg fest, "statt endlich dem Aufstieg der Nationen in Asien und Lateinamerika und der Bedeutung des afrikanischen Kontinents Rechnung zu tragen".




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