Die Bundeswehr sieht sich durch den NATO-Bericht zum tödlichen Luftangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan vor knapp zwei Monaten entlastet. Er habe "keinen Grund daran zu zweifeln", dass die deutschen Soldaten angemessen gehandelt hätten, sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, in Berlin. Die Opposition forderte, den Hergang des Angriffs am 4. September öffentlich zu machen. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Luftangriff auf zwei entführte Tanklaster nahe dem nordafghanischen Kundus war von einem deutschen Oberst angefordert worden, weil er einen Anschlag befürchtete. Bei der Bombardierung explodierten die Tanklaster und töteten zahlreiche Menschen. Deutschland war deswegen zunächst auch von einigen Verbündeten heftig kritisiert worden. Die NATO leitete eine Untersuchung ein, deren Ergebnisse nach Angaben von Schneiderhan seit der Nacht zu Donnerstag in Berlin vorliegen. Der Bericht selbst sei geheim.
Auf Grundlage des vorliegenden Untersuchungsergebnisses habe er "keinen Grund daran zu zweifeln", dass die deutschen Soldaten "angesichts der schwierigen Lage in operativer Hinsicht militärisch angemessen gehandelt haben", hieß es in dem von Schneiderhan verlesenen Statement in Berlin weiter. Nachfragen waren nicht zugelassen. Der Generalinspekteur nannte den unter Leitung des kanadischen Generals C.S. Sullivan erstellten Bericht "sehr sorgfältig und sehr umfassend".
Den Angaben Schneiderhans zufolge legt der NATO-Bericht zudem dar, dass die Zahl der bei dem Angriff Getöteten nicht mehr ermittelbar sei. Die Untersuchung gebe nur verschiedene Quellen wieder, denen zufolge die Zahl der Toten zwischen 17 und 142 liegt. Zudem gebe es keine Bestätigung dafür, dass durch den Angriff "unbeteiligte Personen" ums Leben gekommen seien, sagte Schneiderhan. In dem NATO-Bericht würden zwar lokale Führer zitiert, die von 30 bis 40 getöteten oder verletzten "civilians" berichtet hätten. Dieser Ausdruck ist für die Bundeswehr aber nicht gleichbedeutend mit tatsächlich unbeteiligten Zivilisten.
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, schloss unterdessen nicht aus, dass es bei dem Luftangriff auch zivile Opfer gab. Dennoch solle es gegen den verantwortlichen Oberst, Georg Klein, der den Luftschlag angeordnet hatte, keine staatsanwaltschaftliche Ermittlungen geben, sagte Kirsch im ARD-Morgenmagazin.




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