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Juncker sieht eigene Chancen auf Präsidentschaft skeptisch

Der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker hat für das neue Spitzenamt des ständigen EU-Ratspräsidenten einen erfahrenen Vermittler gefordert. "An der Spitze des Europäischen Rats bedarf es aller Qualitäten eines ehrlichen Maklers", sagte Juncker dem "Luxemburger Wort". Es gehe bei dem Amt "nicht um persönlichen Glorienschein oder um die Verlängerung von Egotrips". Diesen Artikel weiter lesen

Beim EU-Gipfel soll es ab Donnerstag erstmals um mögliche Kandidaten für die auf zweieinhalb Jahre zu besetzende Ratspräsidentschaft gehen, die der Reformvertrag von Lissabon schafft. Juncker hatte erst Anfang der Woche sein Interesse an dem Posten bekräftigt. Er habe aber wohl keine "außergewöhnlich großen Chancen", räumte der dienstälteste Regierungschef Europas ein. Der 54-Jährige begründete dies mit seinen Konflikten in Steuerfragen "mit beinahe allen Ländern der Europäischen Union". Besonders mit Deutschland und Frankreich hatte sich Juncker im Streit um das Luxemburger Bankgeheimnis angelegt.

Auch als Präsident der Eurogruppe habe er die "nicht sehr erfreuliche Aufgabe, anderen Regierungen auf die Finger klopfen zu müssen", sagte Juncker. Das führe "nicht unbedingt zu einem zärtlichen Umgang". Zugleich erneuerte der Christdemokrat seine Kritik an den Steuersenkungsplänen der schwarz-gelben Bundesregierung. "Wir können nicht ad infinitum Defizite anhäufen", mahnte Juncker.

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