Die Putschregierung in Honduras hat Brasilien wegen des seit Wochen in der Botschaft des Landes in Tegucigalpa ausharrenden gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya vor den Internationalen Strafgerichtshof zitiert. Die Regierung von Übergangspräsident Roberto Micheletti habe vor dem Gericht in Den Haag die Eröffnung eines Verfahrens gegen Brasilien beantragt, teilte Außenminister Carlos Lopez mit. Diesen Artikel weiter lesen
In dem Verfahren sollten juristische Fragen im Zusammenhang mit dem "Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten" erörtert werden. Zelaya war nach seiner Entmachtung Ende Juni am 21. September heimlich nach Honduras zurückgekehrt. Seitdem sitzt er in der brasilianischen Botschaft fest.
In Tegucigalpa bemühte sich derweil ein ranghoher Gesandter der US-Regierung um Vermittlung zwischen den verfeindeten Lagern. Der Lateinamerika-Beauftragte des Außenministeriums, Thomas Shannon, traf in der US-Botschaft Delegationen Michelettis und Zelayas. Anschließend sprach er in der brasilianischen Botschaft auch persönlich mit dem gestürzten Staatschef. Zelaya sagte im Anschluss der Nachrichtenagentur AFP, die USA betrachteten weiterhin ihn als Präsidenten von Honduras.
Die am 29. November geplanten Präsidentschaftswahlen werde Washington nicht anerkennen, wenn er nicht vorher wieder ins Amt eingesetzt werde, sagte Zelaya AFP. Vergangene Woche hatte Zelayas Delegation Gespräche mit der Putschregierung im Streit über seine Wiedereinsetzung abgebrochen.




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