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Erstmals Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche

Die Hannoveraner Landesbischöfin Margot Käßmann ist mit überwältigender Mehrheit zur ersten Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden. Käßmann erhielt auf der EKD-Synode in Ulm 132 von 142 möglichen Stimmen, nur fünf Synodale stimmten gegen die 51-Jährige. "Im Vertrauen auf Gottes Hilfe nehme ich die Wahl an", sagte Käßmann. Diesen Artikel weiter lesen

Nach dem bisherigen Verlauf der Synode war die Kür Käßmanns zur Nachfolgerin des aus Altersgründen nach einer Amtsperiode ausscheidenden Berliner Bischofs Wolfgang Huber erwartet worden. Käßmanns Bewerbung galten von Anfang an breite Sympathien. Im Vorfeld geäußerte Sorgen um Vorbehalte konservativer Kreise wegen der Scheidung der vierfachen Mutter vor zwei Jahren bewahrheiteten sich nicht. In einer kurzen Ansprache an die Synode machte sich Käßmann ein Wort des Apostels Paulus zu eigen: "Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal, beharrlich im Gebet."

Die für sechs Jahre gewählte Ratsvorsitzende ist nun oberste Repräsentantin der 25 Millionen Protestanten in Deutschland. Käßmann sagte, sie sei von dem großen Vertrauen "sehr berührt". Sie habe gleichzeitig den "allergrößten Respekt" vor den nun auf sie zukommenden Aufgaben. "Ich werde alles tun, um auf meine Weise den Ratsvorsitz auszufüllen, so gut ich es vermag." Für die evangelische Kirche gelte, dass sie den nach Lebenssinn suchenden Menschen Antwort geben könne.

Käßmann kündigte an, stärker auf eine Vernetzung zwischen den verschiedenen Gremien der EKD zu setzen. Auch die bei der Wahl zum Rat der EKD gescheiterten Bewerber wolle sie dabei ausdrücklich einbeziehen. Hintergrund dieser Aussagen ist, dass bei der Neuwahl des Rats offene Gräben zwischen den verschiedenen Strömungen der EKD auftraten.

So gelang es trotz eines mehr als fünfzehnstündigen Wahlmarathons nicht, dass alle 14 per Wahl zu besetzenden Sitze im Rat vergeben wurden. Weil sich für einen vierzehnten Kandidaten keine notwendige Zweidrittelmehrheit fand, beschloss die Synode, diesen Platz zunächst offen zu lassen und erst bei der kommenden Tagung neu besetzen. Zum Stellvertreter Käßmanns wählte die Synode den Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider.

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