Ein verheerender Bombenanschlag mit mehr als 80 Toten hat den Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton in Pakistan überschattet. In der Großstadt Peshawar im Nordwesten des Landes explodierte auf einem belebten Markt eine Autobombe, die meisten Opfer waren nach Angaben von Rettungskräften Frauen und Kinder. Clinton, die kurz zuvor zu Gesprächen in Islamabad angekommen war, verurteilte die "brutalen Anschläge". Diesen Artikel weiter lesen
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Der Informationsminister der Nordwest-Grenzprovinz, Mian Iftikhar Hussain, gab die Zahl der Toten mit 80 an. Außerdem seien bei der Explosion mehr als 200 Menschen verletzt worden. Krankenhausärzte sprachen von mindestens 86 Todesopfern, vor allem Frauen und Kinder.
Rettungskräfte befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen könnte, da viele Menschen noch unter den Trümmern von zerstörten Verkaufsständen und eines eingestürzten Gebäudes nahe des Marktes verschüttet seien. Außerdem würden die Rettungsarbeiten durch ein Großfeuer am Anschlagsort behindert. "Das war eine enorme Explosion, die in der ganzen Stadt zu hören war", sagte ein Polizist.
Peshawar ist die Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz und liegt direkt an den Stammesgebieten, in denen Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida und der Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban (TTP) ihre Rückzugsgebiete haben. Die Millionenstadt ist immer wieder Ziel von Anschlägen. Insgesamt starben in den vergangenen zwei Jahren bei einer Serie von Attentaten im ganzen Land mehr als 2400 Menschen. Die Regierung in Islamabad geht derzeit mit 30.000 Soldaten gegen Aufständische in der Taliban-Hochburg Süd-Waziristan vor.
Der Anschlag in Peshawar ereignete sich nur wenige Stunden nach der Ankunft von US-Außenministerin Hillary Clinton in Pakistan. Pakistan befinde sich in einem Kampf gegen "brutale Extremistengruppen", sagte Clinton. "Wir stehen Seite an Seite mit dem pakistanischen Volk in unserem Kampf für Frieden und Sicherheit." Ihr pakistanischer Kollege Mahmoud Quereshi verurteilte das "abscheuliche Verbrechen" und betonte, sein Land werde weiter "entschlossen" gegen die Terroristen kämpfen. Zuvor hatte Clinton die pakistanische Armee zu einem konsequenten Vorgehen gegen El Kaida und die Taliban aufgefordert. Die US-Außenministerin will noch bis Freitag in Islamabad und Lahore Gespräche mit Vertretern von Politik und Militär führen.




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