Im Missbrauchsfall gegen Filmregisseur Roman Polanski hat das damalige Opfer erneut ein Ende des Verfahrens gefordert. Die US-Bürgerin Samantha Geimer, die als 13-Jährige von Polanski missbraucht worden war, beantragte bei der kalifornischen Justiz, die Anklage gegen den Regisseur fallen zu lassen, wie am Montag aus Justizunterlagen in Los Angeles hervorging. Geimers Anwälte begründeten den Antrag mit der gesundheitlichen Belastung und beruflichen Problemen, die der Medienrummel um den Fall Polanski für seine Mandantin darstellten. Diesen Artikel weiter lesen
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Die heute auf Hawaii lebende Geimer und ihre Familie würden von Journalisten geradezu "gejagt", heißt es in dem Antrag. Geimer und ihre Berater hätten rund 500 Telefonanrufe von Medien aus der ganzen Welt erhalten. Rund um die Uhr werde die heute 45-Jährige auf ihrem Handy, zu Hause und an ihrem Arbeitsplatz mit Anrufen belästigt. "Das Opfer wird wieder zum Opfer", heißt es in dem Antrag. "Sie will in Ruhe gelassen werden, wird aber nicht in Ruhe gelassen."
Der Wirbel um ihre Person wirke sich auch auf Geimers Berufsleben aus, heißt es weiter. Es bestehe die "reale Gefahr", dass sie bei einem Fortgang des Polanski-Verfahrens ihren Arbeitsplatz verliere. Der Tag, an dem Polanski aus den USA geflohen sei, sei ein trauriger Tag für die US-Justiz gewesen: "Samantha sollte nicht dazu gezwungen werden, den Preis dafür zu bezahlen", mahnte ihr Anwalt Lawrence Silver.
Polanski hatte der damals 13-jährigen Geimer 1977 im Haus von Jack Nicholson Champagner und Drogen eingeflößt und anschließend Sex mit dem Kind gehabt. Der Star-Regisseur war wegen der Affäre in den USA zunächst wegen Vergewaltigung und fünf anderer Straftaten angeklagt, später lautete der Vorwurf auf unerlaubten Sex mit einer Minderjährigen. Polanski bekannte sich schuldig und saß zunächst 47 Tage im Gefängnis, floh aber vor der Urteilsverkündung 1978 nach Europa und kehrte seitdem nicht mehr in die USA zurück.
Ende September wurde der Regisseur wegen des Missbrauchs in der Schweiz festgenommen. Im Fall einer Auslieferung an die USA droht ihm eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen.




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