Der Iran hat Bereitschaft signalisiert, einen Teil seiner Uran-Vorräte im Ausland anreichern zu lassen. Die Regierung berate allerdings noch über eine entsprechende Vereinbarung, teilte Außenminister Manuschehr Mottaki mit. Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beendeten ihre Untersuchung einer neuen iranischen Urananreicherungslage. Russland und die Türkei nahmen den Iran in Schutz. Diesen Artikel weiter lesen
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Die Regierung in Teheran müsse entscheiden, ob das für einen Forschungsreaktor benötigte Uran gekauft werde, oder ob ein Teil des schwach angereicherten eigenen Urans ins Ausland geliefert werde, erklärte Mottaki. Seine Regierung werde die Entscheidung in "einigen Tagen" bekannt geben.
IAEA-Chef Mohamed ElBaradei hatte vergangene Woche einen Vertragsentwurf vorgelegt, in dem Teheran nach Angaben westlicher Diplomaten aufgefordert wird, bis zum Jahresende 1200 seiner 1500 Kilogramm leicht angereicherten Urans an Russland zu liefern. Dort soll das Uran, das einen Anreicherungsgrad von weniger als fünf Prozent hat, demnach auf 19,75 Prozent angereichert werden. Damit soll verhindert werden, dass der Iran selbst das Uran weiter anreichert, um waffenfähiges, mindestens 90-prozentiges Uran zu erhalten. Russland, die USA und Frankreich hatten dem Schlichtungsvorschlag am Freitag zugestimmt.
Der Generalsekretär des iranischen Schlichtungsrats, Mohsen Resai, sagte laut der konservativen Internetpublikation "Tabnak", der Iran müsse nur 350 Kilogramm des leicht angereicherten Urans ins Ausland liefern, um die benötigte Menge an höher angereichertem Uran zu erhalten. Der Iran solle mehr als 1100 Kilogramm des Urans behalten.
Der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow warb für "höchste Geduld" mit dem Iran im Atomstreit. Der Schlichtungsvorschlag der IAEA sei eine gute Möglichkeit, um die Emotionen "abzukühlen", sagte Riabkow der Tageszeitung "Wremia Nowostej". Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, nichts habe sich verändert. Es habe vielmehr "Schritte nach vorne" gegeben, der Iran müsse nun weiter "ermutigt" werden.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte der britischen Tageszeitung "Guardian", der Iran werde "unfair" behandelt. Die Länder, die nicht wollten, dass der Iran Atomwaffen besitze, hätten selbst welche. Die Sorgen westlicher Staaten, der Iran wolle Atomwaffen bauen, seien "Geschwätz".
Die vier Experten der IAEA beendeten derweil laut iranischen Angaben ihre Untersuchung der erst seit kurzem bekannten Anlage zur Urananreicherung nahe der Stadt Ghom.




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