Bei einem Doppelanschlag im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 90 Menschen getötet worden; nach Angaben von vier Krankenhäusern wurden etwa 600 weitere Menschen verletzt, als am Justizministerium und am Sitz des Gouverneurs von Bagdad in kurzen Abständen Autobomben explodierten. Ein Regierungssprecher sagte, die Attentate könnten gegen die Parlamentswahl im Januar gerichtet sein. Die Bundesregierung und die EU verurteilten die Anschläge. Diesen Artikel weiter lesen
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Die erste Autobombe detonierte an einer belebten Straße zwischen den Ministerien für Justiz und Arbeit im Herzen der Stadt, wie ein AFP-Reporter berichtete. Das präparierte Fahrzeug sei mitten auf der Straße explodiert. Feuerwehrleute bemühten sich mit Feuerwehrleitern um einen Zugang zu den oberen Stockwerken der stark beschädigten Regierungsgebäude, in denen weitere Opfer befürchtet wurden.
Zehn Minuten später ging die zweite Autobombe im Stadtteil Salhijeh hoch. Vor dem Gouverneurssitz lagen Leichen und Leichenteile verstreut. Rettungskräfte bargen verkohlte menschliche Überreste aus zerstörten Fahrzeugen. Durch die Wucht der Explosionen wurden umliegende Gebäuden stark beschädigt, Fensterscheiben gingen zu Bruch. Abwasserleitungen zerbarsten und setzten ganze Straßenzüge unter Wasser. Dicke Rauchwolken standen über den Anschlagsort.
Kurze Zeit nach der Explosion in Salhijeh begab sich Ministerpräsident Nuri el Maliki zu dem Anschlagsort am Gouverneurssitz. Er sprach mit Hilfskräften und Sicherheitsbeamten, verzichtete aber zunächst auf eine offizielle Stellungnahme zu dem Attentat. Regierungssprecher Ali el Dabbagh erklärte, der Anschlag weise die Handschrift von El Kaida und seiner Verbündeten auf und könnte gegen die geplante Parlamentswahl im Januar gerichtet sein.
"Wir verurteilen diese feigen Anschläge auf das Schärfste, die erneut so viele unschuldige Menschen das Leben gekostet haben", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Deutschland werde die Iraker auch weiter beim Aufbau eines stabilen und demokratischen Landes unterstützen. Auch die schwedische EU-Ratspräsidentschaft verurteilte in Brüssel die Anschläge und drückte den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus.
Der Nationale Sicherheitsrat im Irak bemüht sich derzeit um eine Beilegung des Streits um ein neues Wahlrecht, damit Mitte Januar gewählt werden kann. Die Zahl der Anschläge im Irak ist seit dem Rückzug der US-Soldaten aus den Städten am 30. Juni wieder stark gestiegen.




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