Bei einem Doppelanschlag im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 90 Menschen getötet worden. Nach Angaben von vier Krankenhäusern wurden etwa 600 weitere Menschen verletzt, als am Justizministerium und am Sitz des Gouverneurs von Bagdad in kurzen Abständen Autobomben explodierten. Ein Regierungssprecher sagte, die Attentate könnten gegen die Parlamentswahl im Januar gerichtet sein. Diesen Artikel weiter lesen
Ähnliche Fotos/Videos
Die erste Autobombe detonierte gegen 10.30 Uhr Ortszeit (8.30 Uhr MEZ) an einer belebten Straße zwischen den Ministerien für Justiz und Arbeit im Herzen der Stadt, wie ein AFP-Reporter berichtete. Das präparierte Fahrzeug sei mitten auf der Straße explodiert. Feuerwehrleute bemühten sich mit Feuerwehrleitern um einen Zugang zu den oberen Stockwerken der stark beschädigten Regierungsgebäude, in denen weitere Opfer befürchtet wurden.
Zehn Minuten später ging die zweite Autobombe im Stadtteil Salhijeh hoch. Vor dem Gouverneurssitz lagen Leichen und Leichenteile verstreut. Rettungskräfte bargen verkohlte menschliche Überreste aus zerstörten Fahrzeugen. Durch die Wucht der Explosionen wurden umliegende Gebäuden stark beschädigt, Fensterscheiben gingen zu Bruch. Abwasserleitungen zerbarsten und setzten ganze Straßenzüge unter Wasser. Dicke Rauchwolken standen über den Anschlagsort.
Kurze Zeit nach der Explosion in Salhijeh begab sich Ministerpräsident Nuri el Maliki zu dem Anschlagsort am Gouverneurssitz. Er sprach mit Hilfskräften und Sicherheitsbeamten, verzichtete aber zunächst auf eine offizielle Stellungnahme zu dem Attentat. Regierungssprecher Ali el Dabbagh erklärte, der Anschlag weise die Handschrift von El Kaida und seiner Verbündeten auf und könnte gegen die geplante Parlamentswahl im Januar gerichtet sein.
Der Nationale Sicherheitsrat im Irak bemüht sich derzeit um eine Beilegung des Streits um ein neues Wahlrecht, damit Mitte Januar gewählt werden kann. Das größte Problem ist dabei der Streit um die nördliche Erdölstadt Kirkuk, die an das autonome Kurdengebiet grenzt. Die kurdische Autonomieregierung will Kirkuk in das Kurdengebiet eingliedern, was die dort lebenden Araber und Turkmenen aber ablehnen. Zunächst war geplant, dass das Parlament schon am Montag über ein neues Wahlrecht abstimmen sollte.
Die Zahl der Anschläge im Irak ist seit dem Rückzug der US-Soldaten aus den Städten am 30. Juni wieder stark gestiegen.




Berlin (dpa) - Die Wirtschaftskrise verleitet viele deutsche Firmen nach Einschätzung von Transparency zu mehr Korruption. «Gerade im Mittelstand wächst ...
Flusspferde töten Krokodil