Die Südostasiatische Staatengemeinschaft (ASEAN) hat auf ihrem jährlichen Gipfeltreffen in Thailand über Konzepte zur Gründung eines Bündnisses nach EU-Vorbild beraten. Japans Ministerpräsident Yukio Hatoyama sagte, die Region müsse nach einer führenden Rolle in der Welt streben. Für Kritik an dem dreitägigen Treffen sorgte das weitgehende Schweigen der Mitgliedstaaten zur Menschenrechtslage in Birma. Diesen Artikel weiter lesen
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Die ASEAN-Staaten wollen bis 2015 eine politische und wirtschaftliche Gemeinschaft für ihre 600 Millionen Einwohner gründen. Japans Regierungschef sagte der "Bangkok Times", ein Bündnis der zehn ASEAN-Staaten und ihrer regionalen Partner China, Japan, Südkorea, Indien, Australien und Neuseeland müsse eine führende Rolle in der Welt anstreben, da sich die Region frühzeitig von der Weltwirtschaftskrise erholt habe. Eine solche Gemeinschaft würde etwa die Hälfte der Weltbevölkerung umfassen. Zur ASEAN gehören Birma, Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.
Bei den Gesprächen auf dem Gipfel wurden jedoch keine konkreten Fortschritte erzielt. Japan und Australien stellten unterschiedliche Konzepte für eine engere Zusammenarbeit vor. Im Gegensatz zu dem von Hatoyama umworbenen Plan einer Ostasien-Gemeinschaft sieht der australische Ansatz einer Asiatisch-pazifischen Gemeinschaft eine stärkere Einbindung der USA vor. Er habe für seinen Plan einen großzügigen Zeitrahmen bis zum Jahr 2020 vorgeschlagen, sagte Australiens Premier Kevin Rudd der australischen Nachrichtenagentur AAP.
Zum Abschluss des Gipfels erklärte Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva, eine Entscheidung über die beiden Vorschläge dürfe nicht überhastet gefällt werden. Die Pläne sollen bei einem Treffen im Dezember in Australien erneut auf den Tisch kommen. Unterzeichnet wurden in Hua Hin Abkommen über eine enge Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Rezession, des Klimawandels und der Bewältigung von Naturkatastrophen.
Ungeachtet der Gründung einer Menschenrechtskommission monierten Experten erneut die Zurückhaltung der ASEAN bei Verstößen in Birma. In der Schlusserklärung des Gipfels wird die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Suu Kyi mit keinem Wort erwähnt, die ASEAN betont lediglich die Notwendigkeit der "nationalen Versöhnung". Als "Farce" bezeichnete David Mathieson von der Organisation "Human Rights Watch" diese Erklärung. Birmas Regierungschef Thein Sein stellte auf dem Treffen derweil weitere Erleichterungen für Suu Kyi in Aussicht.




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