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Afghanistan: Abdullah schließt Zusammenarbeit mit Karsai aus

Der Herausforderer des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, Abdullah Abdullah, will sich bei einem Sieg Karsais nicht an der Regierung beteiligen. Er habe Karsais Kabinett vor dreieinhalb Jahren verlassen und seither nicht das Bedürfnis verspürt, ihm wieder anzugehören, sagte der frühere Außenminister in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN, das vorab in Auszügen veröffentlicht wurde. Sollte Karsai die Stichwahl am 7. November in einem "transparenten und glaubwürdigen Prozess" gewinnen, werde er aber der Erste sein, der ihm gratuliert, sagte Abdullah. Diesen Artikel weiter lesen

Unterdessen riefen die Taliban zum Boykott der im November geplanten Stichwahl für das Präsidentenamt in Afghanistan auf. Niemand dürfe an diesem "amerikanischen Prozess" teilnehmen, hieß es am Samstag in einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Mitteilung der islamischen Extremisten. Die Mudschaheddin seien darauf vorbereitet, die Wahl zu bekämpfen. Wer dennoch an dem Urnengang teilnehme und verletzt werde, sei für "seine Verluste" selbst verantwortlich. Die Taliban hatten bereits vor dem ersten Wahlgang am 20. August zum Boykott aufgefordert, was unter anderem zur geringen Wahlbeteiligung von knapp 40 Prozent beigetragen haben soll

Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, rechnet bei dem zweiten Wahlgang mit weniger Problemen. Dies sagte er vor Journalisten. Die erste Runde am 20. August war von massivem Betrug überschattet. Nach dem Zwischenergebnis hatte Karsai die absolute Mehrheit errungen, wegen des Betrugs wurden aber mehr als eine Million Stimmen für ungültig erklärt. Dadurch kam der Amtsinhaber laut offiziellem Endergebnis nur noch auf gut 49 Prozent.

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