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Zollitsch kritisiert Straßburger Kruzifix-Urteil

Freiburg (ddp). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat das Kruzifix-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs (EGMR) kritisiert. «Unsere Kultur in Europa, die auf Werten der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Einsatzes für Schwache und Arme gründet, hat sich durch den Blick auf das Kreuz gebildet», hob er in einer Predigt am Sonntag in Freiburg hervor. Zollitsch warnte davor, die eigenen Wurzeln zu verleugnen: «Wir sägen sonst den Ast ab, auf dem wir sitzen. Denn wir verlieren dadurch nicht nur unser kulturelles Erbe, sondern auch unseren inneren Kompass, den wir für unser Handeln brauchen.» Diesen Artikel weiter lesen

Der Freiburger Erzbischof bezeichnete es als «beinahe schizophren», dass oftmals dieselben, die einen Verlust an Werten innerhalb der Gesellschaft beklagten, die entscheidenden Werte dann zurückdrängten. Es sei ein krasses Missverständnis, wenn Religionsfreiheit in diesem Zusammenhang als «Freiheit von Religion» verstanden werde.

Das Straßburger Gericht hatte am Dienstag entschieden, dass das obligatorische Anbringen von Kreuzen in staatlichen Schulen gegen die europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Geklagt hatte eine Italienerin, deren Kinder eine staatliche Schule besuchten, in der alle Klassenzimmer ein Kreuz an der Wand hatten. Der Gerichtshof stellte in dem Verfahren gegen Italien nun eine Verletzung des Rechts der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder und einen Verstoß gegen die Religionsfreiheit der Kinder fest.

(ddp)

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