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«Kein Naturereignis»

Berlin (ddp). Einen Tag vor dem Mauerfalljubiläum hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an die Schattenseiten des Lebens in der DDR erinnert. «Der Fall der Berliner Mauer war nicht nur die Überwindung einer beispiellosen städtebaulichen Monströsität, sondern die Überwindung eines Unrechtsstaates, was inzwischen gelegentlich vergessen oder verdrängt wird», sagte Lammert am Sonntag in Berlin. Die Teilung und die «Verweigerung individueller Freiheit» sei die Ursache für den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 gewesen. Diesen Artikel weiter lesen

Der Bundestagspräsident erinnerte auch an die Protestbewegungen in den Nachbarländern. Der Mauerfall sei «kein Naturereignis» gewesen, «sondern vielmehr die im Zeitpunkt überraschende, historisch aber logische Folge eines Freiheitskampfes in Mittel- und Osteuropa, der fast so alt ist wie die Teilung Deutschlands und Europas». Weil sich die Menschen geweigert hätten, die Niederschlagung der Aufstände in der DDR 1953, in Ungarn 1956, in der Tschechoslowakei 1968 und in Polen 1980 «als endgültiges Wort der Geschichte hinzunehmen», sei am Ende «aus einer Serie von Niederlagen dennoch der große Triumph von Freiheit und Demokratie in ganz Europa» geworden.

Besonders hob Lammert die Rolle Polens hervor. Er erinnerte daran, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in Polen war, als die Mauer fiel. «Möglich wurde dies, weil mit der Überwindung der Teilung Deutschlands der geteilte Kontinent wieder zusammenwachsen konnte zu einer europäischen Gemeinschaft freier und demokratisch regierter Völker», unterstrich Lammert.

(ddp)

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