Suche

Grüne in Schleswig-Holstein werden von zwei Frauen geführt

Kiel (ddp-nrd). Die schleswig-holsteinischen Grünen haben auf ihrem Parteitag in Kiel eine weibliche Doppelspitze gewählt. Die 24 Jahre alte Studentin Marlene Löhr und die 45-jährige Erika von Kalben wurden neue Vorstandssprecherinnen, wie eine Parteisprecherin am Samstag sagte. Löhr war die einzige Bewerberin für den ersten Sprecherposten. Für den zweiten gleichberechtigten Sprecherposten kandidierten Kalben und der Kreistagsabgeordnete Dietmar Curdt. Der Pädagoge Fabian Frei hatte seine Kandidatur für das Amt zurückgezogen und wurde Beisitzer im Landesvorstand. Diesen Artikel weiter lesen

Löhr erhielt von 103 abgegebenen Stimmen der Delegierten 76 Ja- und 19 Nein-Stimmen. Acht Delegierte enthielten sich. Kalben wurde mit 88 Ja-Stimmen von 104 abgegebenen Stimmen gewählt. Für Curdt hatten 11 Delegierte gestimmt. Zwei abgegebene Wahlzettel waren ungültig.

Der Landesvorstand der schleswig-holsteinischen Grünen ist damit wieder komplett. Die ehemaligen Landeschefs Marlies Fritzen und Robert Habeck sitzen seit der Wahl vom 27. September im Kieler Landtag und mussten ihre Vorstandsposten deshalb räumen.

Die Grünen bekräftigten ihre Position, den Eigenständigkeitskurs aus dem Wahlkampf in der Opposition fortzusetzen. Ungeachtet des Ausgangs der juristischen Aufarbeitung der umstrittenen Sitzverteilung im Kieler Landtag beanspruchen die Grünen die Meinungsführerschaft in der Opposition.

Habeck sagte in seiner letzten Rede als Landeschef der Grünen: «Uns wächst in der Opposition eine neue Rolle zu.» Er betonte: «Wir werden aus der Opposition heraus gestalten müssen, Ideen liefern, Mehrheiten organisieren. Wir werden diesem Land die eigentliche Zukunftsperspektive geben. Einer muss es ja tun.»

Das Wahlergebnis in Schleswig-Holstein ist umstritten, weil die Regierungsfraktionen von CDU und FDP gemeinsam über 49 der 95 Sitze verfügen, obwohl sie weniger Zweitstimmen erhielten als SPD, Grüne, Südschleswigscher Wählerverband (SSW) und Linke zusammen. Grund sind drei ungedeckte Überhangmandate der Union. Nur acht der elf Mehrsitze für die CDU wurden ausgeglichen. Würden alle elf Mehrsitze ausgeglichen, hätte Schwarz-Gelb nicht mehr die Mehrheit.

(ddp)

Copyright ©2009 Yahoo!, Alle Rechte vorbehalten.

Hinweis: Auf dieser Seite sammeln wir persönliche Informationen. Für weitere Details lesen Sie bitte unsere Hinweise zum Datenschutz: Datenschutzrichtlinien