Oranienburg (ddp-lbg). 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs widmet sich eine Sonderausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten der Verfolgung der polnischen und tschechischen Intelligenz durch die Nazis. Die zweiteilige Exposition unter dem Titel «Vergessene Vernichtung?» wird am 19. November in der Gedenkstätte Ravensbrück und am 21. November in Sachsenhausen eröffnet, wie die Stiftung am Freitag ankündigte. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Zweite Weltkrieg sei von Anfang an ein mörderischer Vernichtungskrieg gewesen, bei dem die Nationalsozialisten «die Völker Osteuropas ihrer kulturellen Trägerschichten berauben» wollten, sagte Stiftungsdirektor Günter Morsch. Die Verhaftung der Führungsschichten aus Politik, Kirchen, Kultur und Wissenschaft in Polen und Tschechien und deren Deportation in Konzentrationslager habe mit Kriegsbeginn begonnen.
So seien 169 Wissenschaftler der Jagiellonen-Universität Krakow im November 1939 in das KZ Sachsenhausen verschleppt worden, heißt es weiter. Ihnen folgten Tausende von Polen, darunter mehr als 600 katholische Geistliche. Ebenfalls im Spätherbst 1939 wurden mehr als 1200 tschechische Studenten in das KZ Sachsenhausen deportiert. Gleichzeitig seien zur intellektuellen Elite gehörende Frauen aus beiden Ländern in das KZ Ravensbrück verschleppt worden.
Die gemeinsam mit der Krakower Jagiellonen-Universität und der Karls-Universität Prag gestaltete Ausstellung erinnert den Angaben zufolge an das damalige Geschehen und zeigt die Lebensgeschichte von Verfolgten. Zudem seien Exponate wie das Ornat des Lubliner Bischofs Goral zu sehen, der im Februar 1945 nach mehrjähriger Einzelhaft im KZ Sachsenhausen verstorben war. Parallel dazu ist in Oranienburg und Berlin vom 20. bis 22. November eine internationale Konferenz «Verfolgung und Vernichtung der Eliten in Polen und der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten» geplant.
(ddp)




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