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Marburger Bund warnt vor Vertuschung in Krankenhäusern

Berlin (ddp). Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund setzt sich gegen das Vertuschen von Behandlungsfehlern in Krankenhäusern ein. Noch immer werde über sie in vielen Fällen nicht offen gesprochen, sagte der Verbandsvorsitzende Rudolf Henke am Freitag in Berlin. «Patienten haben Anspruch darauf zu erfahren, warum ein Fehler passiert ist. Häufig befinden sich Ärzte jedoch in einem für sie kaum lösbaren Spannungsverhältnis.» Einerseits gebe es ein Informationsbedürfnis der betroffenen Patienten. Andererseits würden sich Ärzte aus Angst vor negativen Folgen nicht ausreichend zu Fehlern bekennen. Diesen Artikel weiter lesen

Dies sei jedoch Voraussetzung, um falsche Behandlungen zu vermeiden. Notwendig sei eine «vorausschauende Fehlerkultur», forderte Henke. Rund ein Drittel der deutschen Krankenhäuser habe bereits ein klinisches Risikomanagement eingeführt. Bei etwa 40 Prozent der Einrichtungen befinde es sich im Aufbau oder in der Planung. Bei diesem gehe es darum, gefährliche Situationen offen anzusprechen, aus ihnen zu lernen und so künftige Fehler im Keim zu ersticken.

Zudem fordert der Marburger Bund einen Abbau von Bürokratie. «Wir haben häufig die Situation, dass Ärzte bis zu drei, vier Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit mit Papier befasst sind, anstatt mit Patienten.» Ärzte müssten sich wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können, sagte der Vorsitzende. Von einem Anheizen des Wettbewerbs und einem entsprechenden Preiskampf hält Henke nichts. Nicht eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Patientengruppen sei notwendig, sondern ein Einstehen des Starken für den Schwachen. «Ärztliche Hilfe darf nicht vom Geldbeutel abhängen und auch nicht vom Versicherungsstatus», betonte er.

Der Marburger Bund hält am Freitag und Samstag seine diesjährige Hauptversammlung in Berlin ab.

(ddp)

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