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Ein «Herzensstern» für Blutspender in Münster

Münster (ddp). Kleine goldfarbene Sterne mit eingravierten Namen glitzern auf dem Boden der Beginengasse. Ein bisschen erinnert die Straße in der Innenstadt von Münster an den berühmten «Hollywood Walk of Fame». Kinostars werden hier nicht geehrt, sondern Menschen wie die Münsteranerin Birgit Frehse. Sie hat vor kurzem beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) zum ersten Mal Blut gespendet. Stolz hält sie die kleine fünfzackige Messingplatte hoch, die am Freitag auch für sie ins Pflaster eingelassen wird. Diesen Artikel weiter lesen

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Insgesamt 33 Neuspender sind in der Gasse seit Beginn der Aktion «Das Glück liegt auf der Straße» im August bereits verewigt worden. In wenigen Tagen sollen 104 weitere sowie 49 Frauen und Männer, die einen Spender geworben haben, hinzukommen.

Vor wenigen Tagen hat sich Versicherungskauffrau Frehse beim DRK-Blutspendedienst West in Münster Blut abnehmen lassen. Denn nur wer das dort - im Zentrum für Transfusionsmedizin - tut, dem wird dieses besondere Dankeschön zuteil. «Ich habe immer schon Blut spenden wollen», sagt die 39-Jährige. «Jetzt habe ich es endlich geschafft.» Der «Herzensstern» habe dazu den letzten Anstoß gegeben. «Für mich ist es eine Ehre, in meiner Stadt auf diese Art ausgezeichnet zu werden.»

Markus Schmid vom DRK-Blutspendedienst West sagt: «Das Ziel ist es, mehr Blutspender zu bekommen.» Das im Jahr zur Verfügung gestellte Blut reiche zwar aus, aber es sei immer eine große Anstrengung, diese Menge einzuwerben, sagt der Sprecher. «Aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet und Ostwestfalen-Lippe, für die Münster zuständig ist, bekommen wir jährlich 310 000 Spenden und versorgen damit 100 Krankenhäuser», erläutert Schmid. NRW-weit komme das DRK auf 800 000 Konserven. «Wobei man durchschnittlich von zwei Spenden pro Spender ausgehen kann.»

Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung gehen zur Blutspende, auf dem Lande öfter als in Städten. «Da, wo man sich kennt, ist der Gruppenzwang eben größer», vermutet der Sprecher.

Die Aktion in Münster ist ein voller Erfolg. Habe das DRK in Münster im August 2008 noch 28 Neuspender verzeichnet, seien es im August 2009 insgesamt 66 gewesen. Dem Charme des «Herzenssterns» ist auch Vermögensberater Joachim Richter aus Münster erlegen. Er hat sich von seiner Frau werben lassen, die dafür jetzt neben ihm auf dem Boulevard mit einem etwas kleineren Stern glänzt. Auch für ihn hat das Ganze einen lokalpatriotischen Touch. «Ich fühle mich mit Münster verbunden», sagt er. Also spendet der 39-Jährige hier auch.

Claudia Richards hat sich ebenfalls einen Stern gesichert. Ein Hollywood-Feeling kommt bei der Studentin aber nicht auf. «Ich habe eine Riesenangst vor Spritzen», erzählt die 25-Jährige von ihrem anfänglichen Unbehagen. In der Gruppe mit Freunden sei das Blutspenden dann aber weniger schlimm gewesen. «Ich freu mich, dass ich mich überwunden habe. Vor allem finde ich es schön, jetzt mit meinen Freunden auf der Straße zu liegen.» Die Beginengasse in Münsters neuem Wohn- und Geschäftsviertel Hanse-Carrée hat Bauherr Andreas Deilmann für die DRK-Aktion, die bis Ende 2010 laufen soll, zur Verfügung gestellt.

«Etwa 1200 Sterne wird die kleine Straße wohl fassen», sagt Schmid. Dann müsse man sich nach etwas Neuem umsehen. Die Stadt werde voraussichtlich keine öffentlichen Flächen zur Verfügung stellen. Also seien Privatleute aufgefordert, Platz für die gute Tat zu machen. Fürs fünfmalige Spenden lockt ein besonders großer Stern.

(ddp)

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