Saulheim (ddp-rps). Kurz nach dem Ende der Weinlese sprechen die Winzer von einem «außerordentlichen» Weinjahrgang 2009. «Dieser Jahrgang wird als ganz großer in die Geschichte eingehen», prophezeite Weinbaupräsident Norbert Weber am Donnerstag im rheinhessischen Saulheim. Diesen Artikel weiter lesen
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Die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule, sagte, der neue Jahrgang werde ein außergewöhnliches «Preis-Genuss-Verhältnis» bieten. Die Menge des deutschen Weines sank derweil auf rund 8,5 Millionen Hektoliter, das war der niedrigste Wert seit 1999. Sorgen bereitet das den Winzern nicht: Aufgrund des leicht geschwundenen Absatzes sei das «ein Jahrgang, der genau in den Markt passt», sagte Weber.
Bis Ende August sei der Weinabsatz im Lebensmittelhandel im Inland mit zwei Prozent leicht zurückgegangen, sagte Reule. Der Umsatz sei insgesamt im dritten Quartal aber stabil geblieben. Beim Export wurden zwischen September 2008 bis August 2009 insgesamt 2,1 Millionen Hektoliter Wein im Wert von 409 Millionen Euro exportiert. Das entsprach einem Plus von 3,3 Prozent bei der Menge und von 0,4 Prozent beim Wert.
Allerdings brachen die wichtigen Auslandsmärkte in den USA und Großbritannien ein. Auf dem US-Markt mussten die deutschen Winzer ein Minus von 6 Prozent bei der Menge und von 7,6 Prozent beim Wert hinnehmen. Die Menge des nach Großbritannien exportierten Weines ging um 7 Prozent zurück, der Wert der dort abgesetzten Weine um 8 Prozent. Kompensiert wurden diese Einbrüche durch Zuwächse in Skandinavien und den Benelux-Staaten. So legte der Weinabsatz in den Niederlanden um 28 Prozent bei Menge und Wert zu. In Norwegen wurden zwar 13 Prozent weniger Weine abgesetzt, dafür stieg der Wert um 6 Prozent.
Das DWI erwartet, dass der neue Weinjahrgang den Absatz erneut befördert. Auch im Ausland werde er das Image deutscher Weine stärken. Neben «tollen Rieslingen und Burgundern dürfen wir auch außergewöhnliche Rotweine erwarten, die auch international für Überraschung sorgen werden», prophezeite Reule. Das Wetter in diesem Jahr sei für die Trauben nahezu perfekt gewesen, kühle Nächte bei warmen Tagen hätten den Winzern hoch aromatische und gleichzeitig kerngesunde Trauben beschert, ergänzte Weber.
Zur neuen Koalition in Berlin sagte Weber, der Koalitionsvertrag lege eine «gute Grundlage» für die künftige Weinbaupolitik. Die Bundesregierung wolle sich für den Erhalt der alten Weinbezeichnungen einsetzen und spreche sich für ein effizientes Gemeinschaftsmarketing und Exportförderung aus. Das sei ein Bekenntnis zum Erhalt des Gemeinschaftsmarketings, das derzeit vom Deutschen Weininstitut organisiert wird, sagte Weber. Gegen die Zwangsabgaben für das Gemeinschaftsmarketing sind derzeit mehrere Fragen anhängig. «Jetzt kann sich die Politik der Diskussion da draußen nicht mehr entziehen», befand Weber.
DWI-Geschäftsführerin Reule betonte, sie werde für den Erhalt der Gemeinschaftsabgabe kämpfen. «Ich bin mir sicher, dass wir letztendlich vor dem Bundesverfassungsgericht landen werden», sagte sie.
(ddp)




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