Berlin/Frankfurt/Main (ddp). Die Polizeieinsätze am Rande von Fußballspielen sollen Thema eines Runden Tisches sein. Der Ligaverband und die Deutsche Fußball Liga (DFL) laden gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) dazu unter anderen Verantwortliche des Bundesinnenministeriums, der Länder-Innenministerkonferenz, der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ein, wie die DFL am Mittwoch in Frankfurt am Main bekanntgab. Ein Termin für das Treffen soll in Kürze mitgeteilt werden. Diesen Artikel weiter lesen
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Liga-Präsident Reinhard Rauball sagte, «die Bundesliga schätzt die Arbeit der Polizei sehr. Wir wollen uns an einen Tisch setzen und uns an den Fakten orientieren». Zugleich erteilte er Forderungen nach zusätzlichen Zahlungen für Polizeieinsätze ein Absage: «Mit Schecks löst man keine komplexen gesellschaftlichen Probleme.« Störer seien nicht die Fußballklubs, sondern die »Minderheit der Gewalttäter - und nur diese können in Regress genommen werden.« Laut Rauball werden jährliche Zahlungen an Steuern und Abgaben in Höhe von 665 Millionen Euro durch die Clubs und weitere 20 Millionen Euro an private Ordnungsdienste geleistet.
DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus sagte, mit »wachsender Sorge betrachten wir, dass der Fußball zunehmend ins Visier gewaltbereiter Jugendszenen gerät.» Darüber müsse gemeinsam gesprochen werden.
Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, hatte zuvor seine Forderung nach einer Beteiligung der Veranstalter an den Kosten von Polizeieinsätzen bei Fußballspielen bekräftigt. Er verlangte im ZDF «eine pauschale Gebühr, die für eine Saison bezahlt wird, etwa 50 Millionen Euro». Allein die Personalkosten bei solchen Polizeieinsätzen lägen bei deutlich mehr als 100 Millionen Euro.
DPolG-Chef Wendt hatte im ZDF zudem wiederholt, dass sich Zuschauer von Fußballspielen in deutschen Stadien in Lebensgefahr befänden. «Wenn Wurfgeschosse, wenn Steine fliegen, wenn mit Eisenstangen auf Menschen eingeschlagen wird, wenn Brandsätze fliegen auf Menschen, dann ist in der Tat Leben in Gefahr.» Angesichts solcher Äußerungen sieht DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn keine Basis für ernsthafte Gespräche mit Wendt.
(ddp)




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