Berlin (ddp). Gut einen Monat vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen mehren sich die Forderungen nach einem verbindlichen Klimaschutzabkommen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) forderte am Mittwoch die USA auf, sich verbindlichen Klimaschutzzielen anzuschließen. Auch zahlreiche Vertreter der deutschen Wirtschaft pochten darauf, ein klares Signal vom Gipfel zu bekommen. Weltklimaökonom Nicholas Stern zeigte sich indessen zuversichtlich, dass die Konferenz ein Erfolg werde. Die Chancen dafür stünden gut. Diesen Artikel weiter lesen
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Stern sieht bei zahlreichen Ländern starke Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel. Als Beispiele nannte er China und die USA. Zugleich appellierte er erneut an die Länder der Europäischen Union, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Damit würden sie für andere Regionen der Welt ein deutliches Zeichen in der Klimawandelbekämpfung setzen. Derzeit verfolgt die EU noch das Ziel, den Ausstoß um 20 Prozent bis 2020 zu senken. Lediglich wenn sich andere Industriestaaten anschließen würden, würden sie sich auf 30 Prozent festlegen.
Die Industriestaaten sollten ferner helfen, dass auch die Entwicklungsländer ihren Teil zum Klimaschutz beitragen könnten. Konkret sprach Stern von 50 Milliarden Dollar an die Entwicklungsländer, die 2020 auf 100 Milliarden gesteigert werden sollten. Obwohl sich diese Summe hoch anhöre, bedeuteten 50 Milliarden Dollar lediglich 0,1 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts, hob Stern hervor. Er verwies zugleich darauf, dass es sich bei den Geldern im Rahmen des Klimaschutzes nicht um Kosten, sondern vielmehr um «gute Investitionen» handele.
Röttgen betonte im Hinblick auf die Rolle der USA beim Klimaschutz, ein gemeinsamer weltweiter Wettbewerbsrahmen sei Voraussetzung für erfolgreiche, auch von Unternehmensinnovation getriebene Klimaschutzpolitik. Auch Schwellenländer wie China oder Indien hätten schnell auf die durch den Klimaschutz veränderten Anforderungen an moderne Industrieprodukte eingestellt. Er fügte hinzu: «Ich setze darauf, dass die Technologienation USA genau zu der Erkenntnis kommt, zu der Europa und auch die Chinesen gekommen sind.»
Siemens-Chef Peter Löscher sagte, die Umwelttechnik habe das Potenzial, Wachstumstreiber des 21. Jahrhunderts zu werden. Schon heute sei Deutschland weltweit die Nummer ein. Daher sei ein verbindliches Abkommen von entscheidender Bedeutung, sagte auch BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf.
Bei dem Klimagipfel vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen soll ein Nachfolgeabkommen für das sogenannte Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden. Dessen Verpflichtungsperiode läuft Ende 2012 aus. Derzeit treffen sich Unterhändler zu einer letzten Vorbereitungsrunde in Barcelona.
(ddp)




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