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Frösche vom Aussterben bedroht

Wetzlar (ddp-hes). Die Frösche in Hessen sind vom Aussterben bedroht. Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) sind die Lebensräume der Amphibien in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen, die Bestände drastisch gesunken. Die Zahl der Laubfrösche in Hessen habe sich in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent reduziert, sagte der hessische NABU-Sprecher Berthold Langenhorst in Wetzlar. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte die neue Bundesregierung auf, das im Koalitionsvertrag vereinbarte Vernetzungsprogramm zum Schutz von Wildtieren zügig umzusetzen. Diesen Artikel weiter lesen

Konkrete Zahlen gebe es nur für den Laubfrosch, doch die anderen Froscharten in Hessen seien ähnlich stark betroffen, sagte Langenhorst. Der Springfrosch beispielsweise nehme in Hessen einen Spitzenplatz auf der Roten Liste gefährdeter Amphibien ein. Den Fröschen gehe es besonders schlecht in den stark besiedelten Gegenden wie dem Taunus oder dem Rhein-Main-Gebiet. Weniger dramatisch gestalte sich der Rückgang der Amphibien im Westerwald oder im Vogelsberg, da die Lebensräume der Tiere dort weniger für landwirtschaftliche Zwecke genutzt würden.

Die Leiterin der Naturschutzpolitik beim BUND, Heidrun Heidecke, sieht den Hauptgrund für die Misere der Frösche in der Zerschneidung der Landschaft: «Die Tiere finden nur noch selten Orte, wo sie ihre Eier ablegen können». Gerade Auengewässer, ein bei Fröschen beliebter Laichplatz, verschwinden ihren Angaben zufolge zusehends. Aus Angst vor Hochwassern begradige der Mensch die Flussbetten und baue Deiche. Die Dynamik des Gewässers werde dadurch unterbrochen, der Fluss können sich keinen neuen Arm mehr suchen. «Folglich entstehen auch keine neuen Tümpel oder Seen mehr», betonte Heidecke.

Zum Verhängnis werde dem Frosch in stark besiedelten Gegenden auch sein eigener Lebensrhythmus. Von den Laichplätzen wechselten die Tiere in ihre Sommerquartiere, mit Beginn der kalten Jahreszeit wanderten sie in den Wald, wo sie den Winter verbrächten. «Und mit Beginn des Frühjahrs suchen sie sich dann ihre Laichgewässer», fügte Heidecke hinzu. Bei den Wanderungen müssten die Tiere meist Straßen überqueren, was ein Großteil nicht überlebe.

Um dem Froschsterben entgegenzuwirken hätten sich bisher vor allem freiwillige Helfer eingesetzt, die an den Straßenrändern Barrieren schaffen, die Tiere einsammeln und sie dann auf die andere Fahrbahnseite bringen. An immer mehr Straßen gebe es heute jedoch spezielle Amphibienschutzanlagen, die Frösche und Kröten seitlich der Straßenränder entlang führten und sie durch eine die notwendige Tunnelpassage leiteten. Das sei eine große Hilfe, deshalb brauche es mehr davon. Die Bundesregierung sei aufgefordert, das in den Koalitionsvertrag aufgenommene «Bundesprogramm Wiedervernetzung» zum Schutz von Wildtieren zügig umzusetzen. «Für Menschen gibt es doch auch Autobahnbrücken», betonte Heidecke. «So was brauchen wir auch für Tiere».

(ddp)

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