Hamburg/Wilhelmshaven (ddp-nrd). Die für Herbst 2011 geplante Inbetriebnahme des einzigen deutschen Tiefwasserhafens JadeWeserPort in Wilhelmshaven droht sich erneut zu verzögern. Wie der Hörfunksender NDR 1 Niedersachsen am Mittwoch berichtete, hat die Betreiberfirma Eurogate die Ausschreibung für wichtige Bauarbeiten auf der künftigen Hafenfläche verschoben. Diesen Artikel weiter lesen
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Hintergrund ist angeblich die dem norddeutschen Prestigeobjekt drohende mangelnde Auslastung aufgrund der globalen Wirtschaftskrise. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium erfuhr laut einem Sprecher in den Medien von Eurogates Zug. Minister Jörg Bode (FDP) versicherte am Rande seiner Südafrika-Reise aber, dass der JadeWeserPort «pünktlich» fertig werde.
Konkret geht es laut dem NDR-Bericht um Asphaltierungsmaßnahmen, für die die Containerterminal- und Logistikgruppe Eurogate die Ausschreibung zurückzog. Eurogate begründete den Schritt dem Sender zufolge damit, dass die Angebote der Baufirmen nicht zufriedenstellend gewesen seien. Insider befürchten allerdings, dass der Betreiber in Zeiten der Wirtschaftskrise gar kein großes Interesse daran hat, den Hafen überhaupt fertigzustellen.
Bereits in der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass Eurogate aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage im Containerumschlagsgeschäft Investitionen strecken will. Eurogate betreibt mit dem Containerterminal in Bremerhaven auch den großen Konkurrenten von Wilhelmshaven und muss dort zurzeit um jedes Schiff und jeden Container kämpfen.
Die Landesregierung dringt auf eine pünktliche Fertigstellung des JadeWeserPorts. Schließlich soll mit dem Tiefwasserhafen Geld verdient werden. Je später das erste Schiff anlegen kann, desto teurer wird das Projekt für das Land. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte in einer ersten Reaktion, man werde auf die Einhaltung der Verträge «pochen».
Minister Bode, der sich derzeit auf einer Delegationsreise in Südafrika befindet, kritisierte die Ankündigung von Eurogate. «Wir halten uns an die Verträge und dasselbe erwarten wir von Eurogate», erklärte er. Der JadeWeserPort sei das «bedeutsamste Infrastrukturprojekt Norddeutschlands, dessen Wirtschaftlichkeit angesichts der zuversichtlichen Prognosen nicht in Frage gestellt werden kann».
Bode verwies auf Vorhersagen des Analysehauses «Global Insight», wonach die Containerwirtschaft 2010 weltweit um 7,3 Prozent wachsen werde. Auch die Prognosen des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Bremen (ISL) gingen davon aus, dass die Umschlagsraten schon 2011 spürbar stiegen. «Wenn Konjunktur und Frachtraten wieder anziehen, wird auch der JadeWeserPort fertig sein. Spätestens dann wird er nämlich dringend gebraucht», sagte Bode.
Auch die SPD kritisierte «das einseitige, unabgestimmte Vorgehen des Hafenbetreibers Eurogate». SPD-Hafenexperte Olaf Lies forderte von dem Unternehmen eine klare Aussage, dass man am Ziel der Inbetriebnahme 2011 festhalte. Die Linke im Landtag kündigte an, den Stand der Arbeiten an dem Hafen bei der nächsten Landtagssitzung zu thematisieren. Die Fraktion verwies darauf, dass sich der Landtag bereits im Juni mit möglichen Verzögerungen beim Ausbau der Bahnverbindung sowie dem unzureichenden Lärmschutz habe beschäftigen müssen.
(ddp)




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