Stuttgart (ddp-bwb). Die schwäbische Gastfreundschaft hat Schauspielerin Astrid Fünderich überzeugt. Während sie in anderen Städten wie zu Hause in Köln schon mal beim Drehen von verärgerten Passanten mit Sachen beworfen wurde, empfand die Chefin des neuen «Soko Stuttgart»-Ermittlerteams die Arbeit im Südwesten als «außergewöhnlich schön«. Die Leute «freuen sich, wenn wir drehen kommen», sagt die 46-Jährige bei der Vorstellung der ersten Folge. Der actionreiche Krimi mit schwäbischem Witz wird von den Preview-Zuschauern am Dienstagabend in Stuttgart begeistert aufgenommen. Die zweite Staffel ist bereits gesichert. Diesen Artikel weiter lesen
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Mit der «Soko Stuttgart» geht am 12. November (18.00 Uhr) im ZDF das siebte Mitglied der «Soko»-Familie auf Sendung. «Mutter» ist die seit 1978 ausgestrahlte «Soko 5113» aus München; Ableger gibt es in Köln, Leipzig, Kitzbühel, Wien und Wismar. Fünderich alias Martina Seiffert ist Kopf des schwäbischen Fahnderteams. Die Startfolge «Santa Maria» führt die Ermittler ins Stuttgarter Mafia-Milieu. Ein Gastronom mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität wird erschossen. Ein Fall von Schutzgelderpressung scheint naheliegend - oder doch eine Beziehungstat?
Mit unkonventionellen Methoden versucht der draufgängerische Kriminalhauptkommissar Joachim «Jo» Stoll (Peter Ketnath) gemeinsam mit seinem jungen Kollegen Rico Sander (Benjamin Strecker), dem Täter auf die Spur zu kommen, und eckt damit bei Chefin Seiffert bisweilen an. Kriminalkommissarin Anna Bodosi (Nina Gnädig), die die Serie in erster Linie optisch bereichert, geht eher psychologisch an die Sache heran.
Eingebettet ist die Handlung in eine «Melange» aus «schwäbischen, aber auch richtig großstädtischen» Elementen, wie Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) analysiert. Die Episode spielt mit Stereotypen wie der Liebe der Schwaben zum Auto und zeigt Stuttgarts schöne und reiche Seiten.
Vor der Kneipe am historischen Schillerplatz steht ein Porsche, die Witwe des Opfers bewohnt eine luxuriöse Villa in Halbhöhenlage mit traumhaftem Blick auf die Stadt. Als wiederkehrendes Symbol für Stuttgart dient der Fernsehturm, und natürlich fahren die Ermittler einen Daimler. «Jo» beschäftigt sich neben dem aktuellen Mordfall am liebsten mit den neuen Felgen für seinen Sportwagen. Es sei gelungen, «das Lebensgefühl dieser schwäbischen Metropole» einzufangen, resümiert der Geschäftsführer der Bavaria Film, Matthias Esche.
Den Dialekt nimmt die zunächst 20 Folgen umfassende Serie liebevoll auf die Schippe, etwa durch den kuriosen Motorradrocker und schwäbelnden Kneipenwirt «Schrotti» (Michael Gaedt). Zwar sprechen die Hauptdarsteller hochdeutsch, aber in den Nebenrollen fällt schon mal das Schimpfwort «Grasdaggl». In der Episode vom 19. November ist Schwabe Harald Schmidt in einer Gastrolle zu sehen - auf Hochdeutsch allerdings.
Für Baden-Württemberg ist die Ansiedlung der Serie von großer Bedeutung. Oberbürgermeister Schuster besuchte das Team persönlich beim Dreh und richtete eine Stabsstelle ein, um die Produktion zu unterstützen. Das Land schoss Fördermittel zu, um den Filmstandort zu etablieren. Medienminister Wolfgang Reinhart (CDU) spricht von «großartiger Werbung» für die Region durch «eine der erfolgreichsten deutschen Krimiformate». 90 Prozent der Mitwirkenden kommen laut Reinhart aus dem Land, zehn Studenten der Ludwigsburger Filmakademie haben gemeinsam vier Drehbücher entwickelt. Der Minister hofft, dass die Serie «noch einige Jahre» läuft.
Auch der Stuttgarter Polizeipräsident Siegfried Stumpf ist begeistert. Zwar hätten die Filmpolizisten «im rechtlichen und taktischen Vorgehen» einige «kühne Schritte» getan, die in der Realität wohl so nicht zustande kämen. Aber der Zuschauer brauche schließlich «kurzweilige Action».
Im Februar beginnen die Dreharbeiten für die zweite Staffel mit weiteren 25 Folgen. Hauptdarstellerin Fünderich plant längerfristig und macht Stuttgart zu ihrem neuen Zuhause. Sie zieht mit der ganzen Familie um.
(ddp)




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