Duisburg/Münster (ddp-nrw). Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Rockerbanden «Bandidos» und «Hells Angels» laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Bei Kontrollen von Mitgliedern der «Bandidos» sind nach Polizeiangaben in der Nacht zu Dienstag zwei Baseballschläger, zwei Reizstoffsprühgeräte, zwei Schlagstöcke sowie ein Beil sichergestellt worden. Einen mit Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung gesuchten 31-jährigen Mann nahm die Polizei fest. Unterdessen wurde bekannt, dass sich am 14. November Hunderte von «Bandidos» in der Dortmunder Innenstadt treffen wollen. Diesen Artikel weiter lesen
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Am vergangenen Wochenende hatte es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Rockerbanden «Bandidos» und «Hells Angels» in Duisburg, Solingen und Essen gegeben. Die Festnahme des 31-Jährigen in Duisburg steht aber nicht im Zusammenhang mit der Massenschlägerei unter Rockern vom vergangenen Samstag, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.
Bei der Bekämpfung der Rockerkriminalität liegt die landesweite Steuerung von Einsätzen beim Polizeipräsidium in Münster. «Wir werden uns nicht von wild gewordenen ´Bandidos´ oder ´Hells Angels´ auf der Nase herumtanzen lassen und alle rechtlichen Maßnahmen des Polizei- und Strafrechts ausschöpfen», sagte der Polizeiführer des Gesamteinsatzes, der Leitende Polizeidirektor Hans Volkmann. Ermittelt werde sowohl sichtbar als auch verdeckt.
Einem sogenannten ständigen Stab bei der Polizei in Münster gehören im Kern rund 20 Polizisten an. Sie sollen auf die Erfahrungen der Ermittler im Münsterland nach dem Mord an einem Mitglied der «Hells Angels» im Mai 2007 in Ibbenbüren zurückgreifen. Wegen dieses Mordes hatte das Landgericht Münster im Juni 2008 zwei «Bandidos» zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.
Auch bei dem für den 14. November in Dortmund geplanten Treffen der «Bandidos» wird die Polizei nach eigenen Angaben präsent sein. Anlass für die Zusammenkunft der Rocker sei das zehnjährige Bestehen der deutschen Abteilung der internationalen Rockerbande, hieß es.
CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst forderte ein Verbot dieses Treffens «aus Gründen der Gefahrenabwehr». Er schloss außerdem ein generelles Verbot der Organisation nicht aus. Damit widerspricht er seinem Koalitionskollegen, Innenminister Ingo Wolf (FDP). Wüst betonte: «Selbst, wenn man der Auffassung ist, dass ein Verbot nur schwer durchsetzbar ist, sollte man sich dieses Druckmittels nicht berauben.» Er könne nicht akzeptieren, dass auf Kosten der Steuerzahler «dauerhaft Hundertschaften der Polizei eingesetzt werden, um vorwiegend brutale Kriminelle zu schützen».
Gegen ein Verbot von Rockerbanden wandte sich die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG). DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt sah eine Verbotsverfügung als «wenig hilfreich» an. Vielmehr sei «eine kluge Einsatzstrategie der Polizei gefordert, dem Treiben der Rockerbanden ein Ende zu setzen».
(ddp)




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