Düsseldorf/Bonn (ddp-nrw). In Deutschland hat es offenbar erstmals schwere Komplikationen nach einer Impfung gegen die Schweinegrippe gegeben. Ein 30-jähriger Patient hat laut einem Bericht der «Rheinischen Post» (Dienstagausgabe) nach einer Impfung in Düsseldorf einen lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps erlitten. Der Zwischenfall hatte sich am Wochenende bei einem niedergelassenen Arzt ereignet. Der Patient hatte nach der Impfung mit dem Impfstoff Pandemrix über Übelkeit, Zitteranfälle und unregelmäßige Atmung geklagt und einen anaphylaktischen Schock erlitten, wie es hieß. Zudem sank sein Blutdruck rapide. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Arzt konnte dem Patienten noch in der Praxis helfen und den Rettungsdienst alarmieren. Der 30-Jährige kam in ein Krankenhaus, konnte die Klinik aber noch am selben Tag verlassen.
Nach Angaben eines Sprechers der Stadt Düsseldorf handelt es sich bei einem solchen Schock um eine «sehr seltene Reaktion». Solche Zwischenfälle könnten auch bei anderen Impfungen auftreten, hieß es.
Laut einer Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts wurde der Zwischenfall bereits gemeldet. Allerdings sei derzeit noch nicht klar, ob es sich wirklich um einen anaphylaktischen Schock oder möglicherweise leichtere Komplikationen auf die Impfung handelt, hieß es. Hierzu seien noch weitere Gespräche mit dem Arzt nötig.
Derweil dauern am Uni-Klinikum Bonn die Untersuchungen zu dem Tod einer an Schweinegrippe erkrankten 48-jährigen an. Dabei solle auch geklärt werden, ob die Frau entgegen ersten Meldungen eventuell doch Vorerkrankungen hatte, sagte ein Sprecher des Klinikums auf ddp-Anfrage. Ob dazu auch die Leiche der Frau obduziert werde, könne er nicht sagen, da es sich dabei um vertrauliche Patienteninformationen handle.
Die Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis war am Freitag im Bonner Uni-Klinikum an den Folgen einer Schweinegrippe-Erkrankung gestorben. Laut ersten Meldungen des Krankenhauses hatte die Frau keine Vorerkrankungen. Angehörige widersprachen dieser Aussage jedoch im WDR.
Nach Angaben des Klinikumssprechers sollen nun die Patientenakten der Frau kontrolliert werden. Zudem solle es noch einmal eine Rücksprache mit dem Krankenhaus geben, in dem die Patientin vor ihrer Überweisung in die Uni-Klinik behandelt worden war.
Die Frau war aus dem auswärtigen Krankenhaus zur intensivmedizinischen Weiterbehandlung nach Bonn verlegt worden. Dort musste sie an der künstlichen Lunge (ECMO) angeschlossen werden, die derzeit nur in speziellen Zentren in Nordrhein-Westfalen verfügbar ist. Dennoch konnte der Zustand der Frau nicht stabilisiert werden.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) appellierte unterdessen an die Bevölkerung, sich gegen die Neue Grippe impfen zu lassen. «Ich befürchte, dass sich die Schweinegrippe noch weiter ausbreiten wird», sagte Laumann. «Aus diesem Grund hoffe ich, dass viele Menschen ihre bisher skeptische Haltung jetzt noch einmal überdenken und sich impfen lassen», fügte der CDU-Politiker hinzu. «Ich denke, dass die Nachricht von weiteren Todesfällen die Gefährlichkeit der Krankheit verdeutlicht», sagte Laumann.
(ddp)




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