München (ddp). Nach Ansicht des Juristen Gerd Hansen muss das Urheberrecht vor dem Hintergrund des digitalen Wandels grundlegend reformiert und dabei den Nutzern mehr Rechte eingeräumt werden. Das Urheberrecht befinde sich in einer Legitimationskrise. Vor allem die Digital Natives, also jene, die mit der Digitalisierung groß geworden seien, scherten sich kaum darum, sagte Hansen der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstagausgabe). Diesen Artikel weiter lesen
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«Aus ihrer Sicht werden mittels des Urheberrechts im digitalen Umfeld nur Nutzungshandlungen sanktioniert, die sie als alltäglich und selbstverständlich wahrnehmen - das Kopieren und Austauschen von Musik zum Beispiel», erklärte er. Angesichts dieses «Phänomens der sogenannten Raubkopierer» müsse man sich die Frage stellen, wie das Urheberrecht ausgestaltet werden könne, damit es wieder mehr Akzeptanz finde.
Hansen schwebt als Grundlage für eine solche Reform eine «offene Kultur» vor. In einer solchen würden Urheber weiter vergütet, der Schutz werde aber nicht so weit ausgedehnt, dass dadurch kreatives Schaffen Dritter verhindert werde. Digitale Nutzungspraktiken wie Remixing, Sampling oder Mashups seien in der analogen Welt so nicht möglich gewesen «und darauf muss das Urheberrecht reagieren», erklärte er.
Geschehe das nicht, besteht seiner Einschätzung nach die Gefahr, dass das Urheberrecht Kreativität zunehmend blockiert. «Die im Zuge der digitalen Revolution freigesetzten Aktivitäten bedeuten eine aktive Teilhabe am kulturellen Leben, die es aus meiner Sicht zu bewahren gilt», argumentierte er.
(ddp)




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