Marbach am Neckar (ddp-bwb). Der Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Ulrich Raulff, sieht nach der für 10. November geplanten Wiedereröffnung des Schiller-Nationalmuseums vorerst keine Möglichkeit für weitere Bauvorhaben. Es wäre wirklichkeitsfremd, in der jetzigen Zeit auf weitere Mittel von Bund und Land zu pochen, sagte Raulff am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp. Um dennoch den Raumbedarf zu stillen, sei geplant, einzelne Teile des Archivbestands vorübergehend auszulagern. «Wir brauchen eine Interimslösung», sagte der Archivdirektor. Diesen Artikel weiter lesen
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Raulff betonte, als «offene Sammlung» müsse sich das Deutsche Literaturarchiv ständig erweitern. Der Platz im Magazin neige sich dem Ende. Auch gebe es zu wenige Büroräume. «Klar würden wir gerne den nächsten Bau in Angriff nehmen», fügte er hinzu. Es gebe bereits «tolle Pläne», die aber «momentan nicht realisierbar» seien. Das Archiv führe jetzt Gespräche in Marbach und Umgebung, um den Raumbedarf auf anderem Wege zu stillen.
Das Literaturarchiv hatte erst in der vergangenen Woche mit dem Erwerb der Archive der Verlage Suhrkamp und Insel für Aufsehen gesorgt. Noch in diesem Jahr sollen die Archive nach Marbach gehen. Am kommenden Dienstag wird am 250. Geburtstag von Friedrich Schiller im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler das sanierte Schiller-Nationalmuseum wieder eröffnet.
Die Sanierungskosten inklusive Einrichtung der neuen Dauerausstellung bezifferte Raulff auf über sechs Millionen Euro. Knapp vier Millionen Euro dafür kamen von Bund und Land. Erst 2006 war das Literaturmuseum der Moderne (LiMo) eröffnet worden, das ebenfalls zum Deutschen Literaturarchiv gehört und knapp zwölf Millionen Euro kostete.
(ddp)




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