Essen (ddp). Die Essen Motor Show hat hart zu kämpfen. Besuchten im vergangenen Jahr gut 340 000 Zuschauer die nach der IAA zweitgrößte deutsche Fahrzeug-Messe, so rechnet der Veranstalter nun mit deutlich weniger Besuchern. «Wir sind glücklich, wenn wir eine Drei vorne schreiben», sagte der Direktor der Messe Essen, Klaus Reich, am Dienstag den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten. «Wir haben das Angebot auf einer Fläche von rund 83 000 Quadratmetern komprimiert und neu strukturiert, damit der Besucher hautnah und intensiv das Erlebnis Auto genießen kann», erklärte Reich. Die Messe findet vom 28. November bis 6. Dezember statt. Diesen Artikel weiter lesen
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Reich kündigte einen Kurswechsel beim Ausstellungskonzept an, um an alte Erfolge anzuknüpfen. Schwerpunkt sollen fortan wieder der Motorsport und die Szene der klassischen Automobile sein. «Wir wollen künftig verstärkt eine kaufkräftigere und damit wohl auch ältere Klientel ansprechen», sagte Reich. «Im kommenden Jahr» werde man «mit einem neuen Gesicht und einer neuen Werbestrategie durchstarten». Die Motor Show werde sich intensiver auf ihre traditionellen Stärken seit der Gründung 1968 als internationale Sport- und Rennwagenausstellung konzentrieren und «die Themen Motorsport und Tuning noch deutlicher in den Blickpunkt rücken». Säule Nummer drei seien Young- und Oldtimer.
Während es in der Automobilbranche krisele, gebe es hier enorme Zuwächse, «an Interesse wie an Werten», sagte Anton Franssen, Geschäftsführer der S.I.H.A. Das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Herzogenrath befasst sich schwerpunktmäßig mit Ausstellungen im Bereich Oldtimer und Classic-Cars. Solche Fahrzeuge seien inzwischen «automobile Aktien mit integrierten Sicherheitssystemen». Wertsteigerungen von 30 Prozent in fünf Jahren seien beispielsweise bereits bei einem VW Käfer Cabrio keine Ausnahme. Insgesamt ausgestellt werden 1300 Fahrzeuge. Von den 200 präsentierten Oldtimern stehen gut 170 zum Verkauf.
Auf der Essen Motor Show, die in diesem Jahr unter dem Motto «Erlebnis Auto» steht, stellen rund 400 Aussteller aus 14 Nationen ihre Fahrzeuge, Tuningkits und Zubehör aus. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Ausstellungsfläche von 100 000 Quadratmeter um beinahe 20 Prozent verkleinert. Indiz für den verschärften Wettbewerb ist auch eine Senkung der Eintrittspreis. So kostet die Tageskarte nun mit 15 Euro einen Euro weniger. Daneben gibt es unterschiedliche Preisnachlässe, beispielsweise für Gruppen.
Zu den Highlights im Rahmen der Messe zählen Sonderschauen von klassischen Autos der Rennsportlegenden Ferrari und Lotus mit teils einzigartigen Fahrzeugen. Dabei werden 24 Lotus und 17 Ferrari präsentiert, die laut Messeleitung in dieser Form noch nie gezeigt wurden.
Neben den automobilen Raritäten gibt es kaum ein automobiles Thema, das nicht auf der Motor Show vertreten wäre. Tuning-Zubehör, getunte Fahrzeuge oder Design-Studien werden ebenso ausgestellt wie «Crazy Cars» oder außergewöhnliche Motorräder. Rennwagen der aktuellen Saison stehen neben historischen Rennwagen, Zubehör neben Sammlerstücken.
(ddp)



