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Sammelleidenschaft bei Fußballbildchen schwindet

Frankfurt/Main (ddp-hes). Jahrzehntelang hatten die bunten Sammelbildchen zum Einkleben bei großen und kleinen Fußballfans Kultstatus. Der Firmenname des italienischen Anbieters «Panini» stand für fieberhaftes Tütchen aufreißen, sammeln, einkleben und tauschen von Fußballbildern. Seit dieser Bundesliga-Saison hat das in Frankfurt ansässige US-amerikanische Unternehmen «Topps» den Vertrieb der Sammelbilder übernommen - mit bislang durchwachsenem Erfolg. «Ich hatte hier keine Nachfrage und habe die Alben daher zurückgeschickt», klagt ein Kioskbesitzer in der Frankfurter Innenstadt. Diesen Artikel weiter lesen

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Auf Wunsch der Bundesligavereine war die Lizenz für die Sammelbilder erstmals über die Deutsche Fußball-Liga (DFL) zentral vermarktet worden. Die Firma Topps bot 12,4 Millionen Euro und erhielt den Zuschlag. Doch gelohnt hat sich die millionenschwere Investition bislang nicht.

Die Frankfurter Presse-Vertriebsgesellschaft (PVG) hat im gesamten Rhein-Main-Gebiet 2220 Verkaufsstellen mit den Klebebildern und den dazugehörigen Alben beliefert und sich sechs Wochen nach der Markteinführung einen ersten Überblick verschafft. «Der Abverkauf bei den Kunden mit Scannerkassen liegt derzeit bei nur 22 Prozent. Sonst gibt es zu dieser Zeit schon immer einen Nachfrageboom», sagt die zuständige PVG-Vertriebsleiterin Nicole Herrfurt.

Herrfurt führt das schleppende Geschäft auf die Vermarktungsstrategie von Topps zurück. Vorgänger Panini hatte die Alben über eine Kooperation mit der «Bild»-Zeitung kostenlos angeboten und so die Sammelleidenschaft bei vielen Fußballfans entfacht. Topps hingegen setzte den bisherigen Verkaufspreis für die Einklebehefte von 1,50 Euro auf 2 Euro herauf. «Niemand kleistert sich den Schrank mit den Bildchen zu, jeder Sammelboom fängt mit dem Album an», betont Herrfurt.

Bei Topps selbst wird die verhaltene Nachfrage bislang noch recht unaufgeregt gesehen. Der Verkauf sei «stetig». Konkrete Zahlen, wie viele der bundesweit 100 Millionen auf den Markt geworfenen Sticker bislang verkauft sind, liefert das Unternehmen nicht. Topps-Marketingmanager Thomas Schmitz räumt aber ein, dass eine Kooperation mit der «Bild»-Zeitung sicherlich interessant gewesen wäre. «Aber solche Kooperationen verschlingen immer ein Großteil des Budgets, das wäre nicht ganz billig gewesen», verrät Schmitz.

Panini habe in den Zeiten vor der zentralen Vermarktung den Vorteil gehabt, kaum Geld für die Rechte bezahlt zu haben. Dem Vernehmen nach sollen die Vereine jeweils nur zwischen 10 000 und 20 000 Euro erhalten haben. Dadurch sei natürlich auch mehr Geld für eine aufwendigere Vertriebsstrategie vorhanden gewesen.

Topps setzte nun Schmitz zufolge auf «marktgruppenaffine Medienpartnerschaften». Zielgruppe für die Sammelbildchen seien Fußballfans im Alter zwischen sieben und elf Jahren. Daher gab es kleinere Kooperationen mit «Bravo Sport» oder «Micky Maus», allerdings ohne dass es die notwendigen Alben gratis gegeben hätte.

Der ausbleibende Erfolg liegt für Schmitz aber nicht nur in der Vermarktung. «Der Verkauf ist doch schon seit Jahren rückläufig, das hat sich auch für Panini nie gerechnet», glaubt der Topps-Manager. Ein womöglich zurückgehendes Interesse sieht auch ein Kioskbesitzer: «So verrückte Sammler wir früher, die 100 Euro auf einmal ausgeben, gibt es nicht mehr.» Zumindest aber bei den großen Ereignissen wie Welt- und Europameisterschaften sind die Bildchen der Stars noch sehr begehrt, wie sich nicht zuletzt bei der WM 2006 im eigenen Land gezeigt hat. Doch die Rechte für diese Großereignisse hält weiterhin Panini.

(ddp)

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