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Linke-Chef Nord verteidigt Platzecks Versöhnungsaufruf

Potsdam (ddp-lbg). Der Landesvorsitzende der Linkspartei, Thomas Nord, hat den Aufruf von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zur Versöhnung mit den Nachfolgern der SED verteidigt. «Ich finde, dass es sehr mutig ist, 20 Jahre nach der Wende eine Diskussion über die Frage anzustoßen: Wie kann man mit der Vergangenheit in der DDR umgehen?» Die Kritik an Platzecks Äußerung komme vor allem von Leuten, die gegen eine rot-rote Landesregierung seien und in der Vergangenheit Links- und Rechtsextremismus gleichgesetzt hätten. Diesen Artikel weiter lesen

«Ich glaube, dass wir in einer Situation sind, in der wir diese Worte nicht auf die Goldwaage legen sollten, sondern sehr gründlich darüber nachdenken sollten, was wollte der andere eigentlich mit seinem Vorstoß erreichen?», fügte Nord hinzu. Er sei überzeugt, dass Platzeck die Menschen aus der DDR nicht habe verletzen wollen.

Platzeck hatte in einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» vor dem Hintergrund der Diskussionen um die erste rot-rote Regierung in Brandenburg geschrieben: «Zwei Jahrzehnte nach dem revolutionären Umbruch in der DDR müssen wir in Deutschland endlich anfangen, es mit dem überfälligen Prozess der Versöhnung wirklich ernst zu meinen.» Quer durch die ostdeutsche Gesellschaft ziehe sich noch immer ein «ungesunder Riss». Als Beispiel für gelungene Integrationsbemühungen lobte Platzeck ausdrücklich versöhnliche Gesten des früheren SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher gegenüber Mitgliedern der Waffen-SS.

Scharfe Kritik an diesen Äußerungen kam von Brandenburgs scheidendem Innenminister Jörg Schönbohm (CDU). «Nach dieser Logik hätte Platzeck es begrüßen müssen, wenn es in der alten Bundesrepublik als Zeichen der gesellschaftlichen Versöhnung irgendwann einmal eine Koalition mit einer Partei der Alt-Nazis gegeben hätte», sagte Schönbohm der «Berliner Morgenpost» (Dienstagausgabe). Er fügte hinzu: «Mein Versöhnungswille reicht auf jeden Fall nicht so weit und ich bin froh, dass 1952 die letzte nationalsozialistische Partei in der Bundesrepublik verboten wurde.»

Zuvor hatten zahlreiche weitere Politiker der CDU, Grüne, FDP und auch der Linken den Beitrag Platzecks kritisiert.

(ddp)

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