Leipzig (ddp-lsc). Die ostdeutsche Automobilindustrie leidet nach wie vor unter einem nur schwachen Austausch zwischen Unternehmen und Forschungsinstituten. «Es gibt nur ganz kleine Kooperationen im Vergleich zu Westdeutschland», sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) und Chef des Leipziger Porsche-Werks, Siegfried Bülow, am Montag in Leipzig. «Wir brauchen hier eine engere Zusammenarbeit», sagte Bülow. Diesen Artikel weiter lesen
Ähnliche Fotos/Videos
Ähnliche Artikel
Aktienpreise bei 
| Name | Letzte | Kurs |
|---|
Der Vorteil der ostdeutschen Industrie, die um 30 Prozent geringeren Lohnstückkosten, sei bei der Forschung aber auch ihr Problem. Die geringeren Löhne würden ja auch für Ingenieure gelten, und die gingen bei höheren Löhnen eben in den Westen. Das ist nach Ansicht von Bülow «eine bedenkliche Entwicklung». Da müsse gegengesteuert werden, gerade auch vor dem Hintergrund sinkender Absolventenzahlen.
Laut einer Studie des Verbandes investieren die ostdeutschen Automobilhersteller und -zulieferer nur 2,7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Technik. Deutschlandweit liege diese Quote mehr als doppelt so hoch bei 5,5 Prozent. Auch die Zahl der Patentanmeldungen in Ostdeutschland liegen laut Verband deutlich unter den Patentanmeldungen der Branche in Westdeutschland. In der ostdeutschen Autoindustrie arbeiten laut Verband 181 000 Frauen und Männer.
ACOD-Geschäftsführer Dietmar Bacher appellierte an die neue Bundesregierung, die ostdeutsche Automobilindustrie auch weiterhin zu unterstützen. Auch Peter Ramsauer werde erkennen, dass die ostdeutsche Auto-Industrie ein Strukturproblem hat, sagte Bacher an die Adresse des neuen CSU-Verkehrsministers. An den Sachzwängen komme auch er nicht vorbei. Porsche-Chef Bülow betonte, Ramsauer müsse mehr tun als sein Vorgänger Wolfgang Tiefensee (SPD). «Wir brauchen ein besseres Innovationsklima», sagte er. Beispielsweise müssten Förderungen entbürokratisiert und stark vereinfacht werden.
(ddp)



